Die Uhr tickt unerbittlich

Zeit ist unaufhaltsam, so sehr wir uns bemühen, wir können keinen Einfluss darauf nehmen. So werden wir täglich älter, und die Jahrzehnte hinterlassen in der Summe tiefe Spuren in und an unserem Körper. Männer müssen ja nicht hübsch sein und leisten es sich daher, ganz im Gegensatz zu den Frauen, den Zahn der Zeit einfach zu ignorieren. Es gibt aber (typische) Entwicklungen im männlichen Alterungsprozess, die man schon kritisch beobachten sollte.

Unser Auto bringen wir Männer sofort zur Werkstatt, wenn es einmal zart hüstelt, und seine technische Überwachung ist per Gesetz regelmässig vorgeschrieben. Von unserem eigenen Körper verlangen wir a priori, dass er immer uneingeschränkt funktionieren muss, den Arzt meiden wir, wie der Teufel das Weihwasser, insbesondere dann, wenn es um "peinliche" Angelegenheiten geht wie z. B. Haarausfall, Prostata, Erektionsstörungen oder Inkontinenz. Eines sollte uns aber klar sein, es ist bei jedem Mann nur eine Frage der Zeit, bis er das alles hat. Je früher wir also den Anfängen wehren, desto länger können wir uns eine gute Lebensqualität erhalten.

 

Beginnen wir mit der Vergrösserung der Prostata

Ungefähr ab dem 45. Lebensjahr beginnt die Prostata bei jedem Mann zu wachsen. Das hat erst mal gar nichts mit einer Erkrankung oder gar Krebs zu tun, es ist ein ganz normaler, natürlicher Vorgang. Auch die Ärzte mussten das erst mal mühsam begreifen, früher nahmen diese Typen sofort und gern das Skalpell in die Hand. Insofern dürfen wir uns heute bei einer solchen Feststellung erst einmal ganz entspannt zurücklehnen. Allerdings hat auch die "gutartige" Vergrösserung der Prostata so eine kleine Serie von Unannehmlichkeiten für einen Mann im Gepäck, die da sind: häufiger Harndrang, abgeschwächter Urinstrahl und Nachtröpfeln, Restharn in der Blase, Nachlassen der sexuellen Lust usw.

Schon bei den ersten Symptomen dieser Art ist der Besuch eines Urologen unbedingt zu empfehlen, denn es stehen heute vor allem zwei sehr wirksame Medikamente zur Verfügung. Da gibt es zunächst Präparate mit dem Wirkstoff Finasterid, der das rasche Drüsenwachstum hemmt. Allerdings sollte man sich bei diesem Wirkstoff etwas in Geduld üben, da es mindestens ein halbes Jahr dauert, bis eine Besserung wirklich spürbar wird. Daher hat sich eher jene Behandlungsmethode durchgesetzt, die die sogenannten Alphablocker favorisiert. Diese sorgen nämlich für eine Lockerung der Muskulatur des Blasenhalses. Wenn dieser Muskel entspannt ist, fliesst der Urin viel leichter und auch vollständig ab mit der angenehmen Folge, dass dieser quälende ständige Harndrang endlich aufhört.

 

Blasenschwäche infolge Prostatavergrösserung

Eine vergrösserte Prostata kann auch Inkontinenz (plötzlichen Harnverlust) auslösen. Aber auch das ist noch kein Grund zur Panik, denn es gibt Blasenmedikamente, die genau auf diese Fälle zugeschnitten sind. Übrigens ist das so viel beschworene Beckenbodentraining eigentlich nur bei Frauen richtig sinnvoll. Auch die so oft gepriesene Massnahme, immer wieder seinen Urinstrahl bewusst zu unterbrechen, hat sich im Ergebnis als ein eher zweifelhaftes Training herausgestellt.

 

Erektionsstörungen

Potenzprobleme sind beim älteren Mann so sicher wie das Amen in der Kirche, denn der liebe Gott hat uns in der Tat nur für ungefähr 40 Jahre konstruiert mit dem Ziel der Fortpflanzung unserer Art. Wer das in dieser (langen) Zeit nicht packt, hat sowieso ausgedient, wozu also soll der noch Vergnügen haben? Danach lässt uns die Natur zwar noch etliche Jahre leben, aber wir sind völlig unnütz, so Gottes Plan. Man sollte sich das praktisch so vorstellen: Der Penis ist ungefähr wie ein Schwamm. Das Blut fliesst in den Penis ein und wird dort auch eine Zeit lang gespeichert, vorausgesetzt die Elastizität der Zellwände macht da auch mit.

Je älter die Zellen werden, desto schlaffer werden ihre Membranen. Das ist ja auch beim alten Schwamm so nach häufiger Verwendung. Viagra & Co. kann hierbei zwar eine Hilfe sein (also nicht unbedingt für den alten Schwamm), aber das Medikament setzt schon ein gewisses Mass an Lustempfinden voraus, und eben dieses lässt im Alter auch im Zusammenhang mit der veränderten Funktion der Prostata deutlich nach. Es geht hier um ein natürliches "Programm", das zeitgetaktet unerbittlich abläuft. Die Frage ist doch: Muss man unbedingt etwas erzwingen an einer Stelle, die gezielt keine Basis mehr hat?

 

Haarverlust

Schon ab ca. 30 Jahren geht es los, dass sich die Kopfhaare zu lichten beginnen, eine Entwicklung, die eng verknüpft ist mit dem Hormon Testosteron, genauer eigentlich mit dessen Abbauprodukt Dihydrotestosteron. Diesem unaufhaltsamen natürlichen Prozess kann man ebenfalls kaum vorbeugen. Falsch, es gibt eigentlich doch eine wirksame Massnahme dagegen: Der Mann lässt sich die Hoden abnehmen. Merkwürdigerweise sind nur wenige Glatzenträger von dieser Art der Problemlösung begeistert.

Das bereits oben erwähnte Finasterid kann in der Tat gegen Haarausfall helfen, indem es die Umwandlung des Testosterons behindert. Allerdings müsste man mit der regelmässigen Einnahme schon ab dem 30. Lebensjahr beginnen und das Prozedere dann auch lebenslänglich durchhalten.

Bildquelle: Marco Barnebeck(Telemarco) / pixelio.de

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