Freie Radikale meiden - Antioxidantien

Antioxidantien sind sozusagen die Gegenspieler der freien Radikalen und beugen dem sogenannten oxidativen Stress vor. Die Zusammenhänge und praktische Hinweise zur Selbsthilfe sollen hier etwas näher erläutert werden.

Expertenschätzungen besagen, dass ca. 80 Prozent der schweren körperlichen Erkrankungen in erster Linie durch oxidativen Stress und freie Radikale verursacht werden. Der Mensch besitzt ungefähr 70 Billionen Körperzellen, jede Einzelne davon wird an jedem Tag mindestens 10.000 Mal attackiert - eben von jenen freien Radikalen. Unser Abwehr- und Immunsystem tut so einiges erfolgreich dagegen und wenn wir es aktiv unterstützen, können wir seine Chancen nochmals deutlich verbessern.

 

Was sind freie Radikale? 

Der Gerontologe Denham Harman (USA) forschte am Alterungsprozess des Menschen und entdeckte dabei chemische Verbindungen, die an diesem Prozess wesentlich beteiligt sind und ihn z. T. erheblich beschleunigen können. Es handelt sich bei den sogenannten freien Radikalen um relativ kurze Ketten von Kohlenwasserstoffverbindungen mit einem hohen Anteil an aggressiven (oxidierenden) Sauerstoffatomen. Ungesättigte Fettsäuren sind ganz typische Vertreter der freien Radikalen. Ihnen allen gemein ist die unangenehme Eigenschaft, dass ihnen mindestens ein Aussenelektron fehlt, sie sind also positiv überladen. Daher können sie (je nach Distanz) grosse Kräfte entwickeln bei ihrem Bestreben nach dem elektrostatischen Ausgleich, d. h. sie entziehen ständig den nächsten Körperzellen Elektronen. Das bedeutet chemisch, dass die Zellen oxidiert werden (sie "rosten"). In der gleichen Weise greifen sie übrigens auch "externe" Krankheitserreger an, was sie in gewisser Weise sogar nützlich erscheinen lässt.

 

Wie wirken freie Radikale?

Grundsätzlich beschädigen freie Radikale komplexe Moleküle wie z. B. die DNA mit allen Erbinformationen, Rezeptoren an den Zelloberflächen oder die Zellwände mit der Folge, dass all die chemisch veränderten Moleküle ihre angestammten Funktionen nicht mehr richtig ausüben können. Hinzu kommt noch, dass all jene körpereigenen Moleküle, denen auf diese Weise ein Elektron abgezwackt worden ist, nun selbst positiv überladen sind und dadurch auch selbst wieder zum freien Radikal werden, gerade so, als seien sie von einem "Zombie" gebissen worden.

Die weiteren Folgen, die sich aus einer solchen Aktionskaskade ergeben, sind vorzeitiges Absterben der Zellen, Erkrankungen und Schmerzen. Noch schlimmer ist die Auswirkung, wenn Angriffe durch freie Radikale während der Zellteilung erfolgen, dann wird die DNA beschädigt, und es können Mutationen oder gar Krebszellen entstehen. Etwas "weniger spektakuläre" Folgen sind z. B. "nur" faltige Haut, Bluthochdruck, Arteriosklerose, Sehstörungen, Gelenkerkrankungen, Schlaganfall oder Demenz.

 

Häufigste Ursachen für oxidativen Stress

• Nahrungsüberfluss

• Ungesunde Ernährung = zu viele Säurebildner

• Zu viel und zu intensiver Sport

• Zu viel Stress (sowohl körperlich als auch seelisch)

 

Selbstschutz gegen freie Radikale

Unser Körper selbst hat zunächst die Möglichkeit, sogenannte Antioxidantien zu produzieren und einzusetzen. Diese Stoffe geben freiwillig ihre Elektronen ab, um beschädigte Zellwände oder Erbsubstanz damit zu reparieren (reduzieren). Vitamin C ist deshalb so ideal, weil es beispielsweise ein Vitamin E, das zu einem freien Radikal wurde, wieder mit einem Elektron versorgen kann. Unser Körper kann aber nur antioxidativ wirksame Enzyme produzieren, alles andere, was er darüber hinaus an Antioxidantien benötigt, müssen wir ihm über die Nahrung zuführen.

 

Welche Antioxidantien helfen unserem Körper?

Das meiste, was wir brauchen, finden wir bereits in einer gesunden, ausgewogenen Ernährung, und darum geht es:

• Vitamine

• Mineralstoffe

• Spurenelemente

• Enzyme

• Aminosäuren

• Sekundäre Pflanzenstoffe (z. B. Polyphenole)

 

Diese Antioxidantien sind reichlich enthalten in:

• Obst

• Gemüse

• Salaten

• Kräuter

• Keimlinge

• Wildpflanzen

• naturbelassene Pflanzenöle

• Nüsse

• Ölsaaten

• aber auch Fleisch und Fisch

Dabei sind die wichtigsten antioxidativ wirksamen Vitamine: A, die gesamte B-Gruppe, C, D und E sowie die Vorstufe Beta-Carotin. Die wichtigsten Spurenelemente sind Eisen, Selen und Zink. Sekundäre Pflanzenstoffe produzieren die Pflanzen selbst im Kampf gegen ihre eigenen Fressfeinde oder Krankheitserreger. Auch dies sind gute Radikalfänger, und sie befinden sich beispielsweise in Traubenkernen, in der Aronia-Beere und in Allicin (Knoblauch). Alle Milchprodukte, Eigelb und Meeresfisch weisen einen hohen Vitamin A Anteil auf. Für Vitamin C stehen Acerola-Kirschen, Sanddorn oder Hagebutten. Vitamin E ist relativ hoch konzentriert in Kokos und Weizenkeimöl zu finden.

Bildquelle: byrev / pixabay.com

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