Ist veganer Fleischersatz gesund?

Hinter der Entscheidung für die vegetarische Lebensweise steckt meistens die tiefe Überzeugung, das Töten der Tiere nicht länger unterstützen zu wollen. Das Leiden der Tiere für die vielen Bedürfnisse der Menschen fängt aber deutlich früher an als erst im Schlachthaus, die berühmtesten Beispiele dafür ist sind Quälerei der Legehennen oder hormonbehandelte Milchkühe für Rekorderträge. In dieser Erkenntnis hat sich konsequent die vegane Lebensweise etabliert, deren Anhängerschaft täglich wächst. Die "Vegane Gesellschaft Schweiz" hat die Schätzung herausgegeben, dass zurzeit ca. ein Prozent der Schweizer Bevölkerung, das sind ungefähr schon 85.000 Schweizer, vegan lebt.

Eine solche Zahl lässt den Handel und die Konzerne nicht kalt, denn es handelt sich um ein wirtschaftlich einträgliches Kundenpotenzial, Tendenz steigend. Daher finden wir sowohl in der Gastronomie als auch in den Supermärkten immer mehr vegane Angebote. Noch vor wenigen Jahren war zum Beispiel eine vegane Wurst nur ausgewiesenen und meistens ziemlich teuren Bioläden vorbehalten. Heute sind Soja-Schnitzel, Tofu-Bratling & Co. im Discounter zur Selbstverständlichkeit geworden. Auch Nicht-Veganer sind neugierige Menschen und haben derartige Produkte einfach mal probiert mit dem Ergebnis: sie schmecken. Das bedeutet ökonomisch, dass die vegane Produktpalette nicht auf vegane Kunden beschränkt ist.

 

Vegane Ernährung für Männer

Auch Männer haben inzwischen Kenntnis erhalten von dem neuen Ernährungstrend, wenngleich meistens jene Frauen dahinterstecken, die ihre Zuneigung gern tierlieben Männern schenken. Im Ergebnis lassen nun auch immer mehr Männer auf dem Grill oder in ihrer Pfanne Würstchen und Schnitzel aus pflanzlichen Eiweissen brutzeln. Ausser Imponiergehabe verbergen sich dahinter aber auch ernährungsphysiologische Kenntnisse, zum Beispiel, dass weniger Fleisch gleichzusetzen ist mit weniger Fett und damit auch mit geringeren Cholesterinwerten im Blut. Es ist noch nicht lange her, als immerhin die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Warnung herausgab, dass der Verzehr von verarbeiteten Fleisch- und Wurstprodukten ein erhöhtes Krebsrisiko in sich birgt, insbesondere dann, wenn regelmässig grössere Mengen von rotem Fleisch verzehrt würden. Es ist gut, wenn derartige Aussagen ein Umdenken beim Thema Ernährung auslösen.

 

Dann muss vegane Ernährung grundsätzlich gesund sein

So einfach können wir es uns leider nicht machen mit der Ersatzwurst oder mit dem Ersatzfleisch, denn die "Veggie-Industrie" weiss sehr wohl, dass das Auge immer mitisst. Für eine ansprechende Optik und einen überzeugenden Geschmack der Fleischimitate wird hier tief in die Trickkiste gegriffen. Erst mit üppigen Mengen an Gewürzen und künstlichen Aromen mutieren fast geschmackneutrale Produkte wie zum Beispiel Seitan (Weizen), Tofu oder Lupinen zu recht leckeren Lebensmitteln. Bei aller Tierliebe und Freude an der Gesundheit hat der Verbraucher seine hohen Ansprüche nicht heruntergedreht. Die Tofu-Streichwurst muss eben auch wie eine richtige Streichwurst aussehen. Die Antwort der Lebensmittelindustrie heisst wie immer: Fertigprodukte.

Bei genauerer Analyse derselben kommt man zu dem Ergebnis, dass zwar die Cholesterinwerte sehr schön niedrig sind, aber der Salz- und Fettgehalt oder auch der Anteil von Konservierungs- und Zusatzstoffen ist ungesund hoch. Ein staatliches Prüfsiegel "Vegan & Gesund", das allen Verbrauchern eine gewisse Garantie geben könnte, gibt es noch nicht. Wer bei seiner Überzeugung eines guten Fleischersatzes bleiben möchte, sollte auf möglichst unverarbeitete Bio-Produkte zurückgreifen und diese nach eigenem Gusto frischen Kräutern lieber selbst würzen.

Wer also auf den guten Geschmack einer Wurst oder eines Stücks Fleisch nicht immer verzichten möchte, ist gut beraten, sich ab und zu mal eine kleine Ausnahme von starren Korsettregeln zu leisten und ein Stück Fleisch in Bio-Qualität eines regionalen Herstellers, der auf die Lebensqualität seiner Tiere achtet, zu leisten. Wenn man diese "Sünde" nicht so oft begeht, spielt auch der Preis keine Rolle.

 

Risiken und Nebenwirkungen rein veganer Ernährung

Es wird empfohlen, dass Veganer regelmässig ein Vitamin-B12-Präparat einnehmen und beispielsweise ihre Eisenkonzentration im Blut alle drei Monate durch einen Arzt testen lassen. Potenziell kritische Stoffe sind: Vitamin B2, Omega-3-Fettsäuren, Kalzium, Eisen, Zink und einige Eiweisse. Vor einer konsequenten Umstellung auf vegane Ernährung sollte man mit seinem Arzt darüber sprechen, ob er im vorliegenden Fall irgendwelche Bedenken hat.

Bildquelle: lehtta1 / pixabay.com

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