Frühlingserwachen mit viel Gefühl

Das ehemalige Verdingkind Monika Minder kreierte den schönen Spruch: "Jeder Frühling trägt den Zauber eines Anfangs in sich." Und endlich ist er da, der Frühling! In seinem Gepäck bringt er uns gute Laune mit, wir lächeln, singen und flirten wieder, woran liegt's?

 

Ist an der Geschichte mit den Frühlingsgefühlen etwas Wahres dran?

Viele psychologische Untersuchungen belegen, dass sich die Zunahme an Licht und Tageslänge positiv auf unsere Psyche auswirkt. Hinzu kommt die Temperaturzunahme, die es uns erlaubt, endlich die viele schwere Bekleidung abzulegen, wir können uns endlich wieder freier und leichter bewegen. Das macht zuweilen den Weg frei für unsere Augen auf den wohlgeformten Körperbau einer jungen Frau. Und bei richtigen Männern bringen derartige optische Signale gewisse Botenstoffe in Wallung.

 

"Im Frühling spielen die Hormone verrückt"

Wenn die Tage wieder heller werden, ersetzen wir in der Tat das "Schläfrigkeitshormon" Melatonin zunehmend durch das Glückshormon Serotonin. Und auch die Konzentration des männlichen Sexualhormons Testosteron unterliegt einem deutlichen Jahresgang mit einem Maximum im Sommer und einem Minimum im Winter. Männer fühlen sich bei erhöhtem Testosteronspiegel wesentlich wohler (sie könnten Bäume ausreissen), und tatsächlich entstehen im Frühjahr vermehrt Schwangerschaften. Frauen dagegen haben ohnehin ihren Monatszyklus, mit diesem Feuerwerk der Gefühle sind sie bereits so ausgelastet, dass sie auf einen darüber liegenden Jahresrhythmus fast ganz verzichten.

 

Kurzer Blick in die Tierwelt

Die meisten Tiere müssen die Geburt ihrer Nachkommen in eine Jahreszeit legen, in der statistisch deren beste Überlebenschancen bestehen, und das ist der Frühling (auf der Südhalbkugel zum Beispiel der November). Kleinere Tiere, die eher kurze Tragezeiten haben, sind daher im Frühling (sexuell) sehr aktiv. Grössere mit langen Tragezeiten müssen da etwas vorausschauender agieren und verlegen ihre Brunft beispielsweise in die Herbstzeit.

 

Aber der Mensch kann doch eigentlich immer

Bis in die Mitte der 1970er Jahre konnte rein statistisch auch beim Menschen ein etwas unverständlicher Rhythmus festgestellt werden. Im sogenannten "Wonnemonat" Mai wurden faktisch die meisten Kinder gezeugt mit dem Ergebnis, dass die Kinder dann in dem besonders kalten Monat Februar zur Welt kamen. Heute stellt man eine gewisse Zeugungsverschiebung zum Dezember hin fest, sodass diese Babys im gerade noch einigermassen warmen September geboren werden.

Über diese Veränderung lässt sich trefflich spekulieren. Viele Stimmen vermuten die Ursache im gesellschaftlichen Wandel. Früher konnten viele junge Menschen noch nicht so früh ihren eigenen Hausstand gründen und wohnten viel länger bei ihren Eltern. Da haben sie es, etwas überspitzt formuliert, gern auch mal draussen "getrieben", und dazu musste man eben mindestens bis Mai warten, aber dann gab's auch kein Halten mehr. Heute ist es wahrscheinlich eher die relativ grosse Anzahl von Feiertagen, die sich im Dezember bemerkbar macht, da wissen die Leute eben "nichts Besseres" mit ihrer vielen Zeit anzufangen.

In Studien wurde unter anderem an der Zahl und Beweglichkeit von Spermien nachgewiesen, dass Männer im Frühjahr am fruchtbarsten sind. Ein Forscherteam um Teruaki Iwamoto hat ein Jahr lang bei 70 Studenten die Zahl der Spermien untersucht mit dem Ergebnis, dass 33 von ihnen im Frühling signifikant am meisten Samen produzierten. Während der restlichen Jahreszeiten kamen aber immerhin noch 12 bis 15 Probanden (17 - 21 Prozent) auf erhöhte Spermienzahlen. Es gab sogar einige Studenten, deren Spermienproduktion übers Jahr um den Faktor 10 schwankte. Die durchschnittlichen Spermienzahlen aller Teilnehmer betrugen 88 Mio. Spermien pro Milliliter Samenflüssigkeit im Sommer und 56 Mio. im Winter.

 

Kann man auf seine Frühlingsgefühle selbst Einfluss nehmen?

Durch sportliche Aktivitäten und Spaziergänge an der frischen Luft und Sonnenschein werden die Durchblutung allgemein und auch die Libido im Speziellen gefördert. Wer sich allerdings beim Krafttraining völlig auspowert, dem bleibt am Ende nicht viel Kraft für andere Anwendungen übrig.

Bildquelle: jill111 / pixabay.com

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