Wohnung kaufen oder mieten?

Diese Frage sollte sich jeder Mann irgendwann stellen, aber bitte nicht zu spät. Wer die 50 deutlich überschritten hat, bleibt vielleicht besser in seiner Mietwohnung. Die eigene Immobilie hat etwas Abenteuerliches, und man muss noch körperlich dazu in der Lage sein, dieses Abenteuer zusammen mit seiner Familie zu bestehen. Dieser Artikel ist also eher für den Normalbürger gedacht, der zusehen muss, Kosten zu sparen. Der Multimillionär wird diesen Text zurecht belächeln, kann er sich doch einfach alles kaufen. Wenn hier im Titel von einem Wohnungskauf die Rede ist, so greift dieser Artikel durchaus weiter und meint damit auch den Kauf eines Einfamilienhauses (EFH) oder eines Reinhauses. Letzteres ist in Stadtgebieten mit relativ hohen Baugrundpreisen durchaus eine interessante Alternative irgendwo zwischen EFH und Eigentumswohnung.

 

Die Vorteile beim Kauf von Wohneigentum

In einer Mietwohnung ist man den Launen des Vermieters mehr oder weniger ausgesetzt, vielleicht verkauft dieser das Haus, und es gibt bald einen anderen Hauseigentümer mit ganz neuen Vorstellungen über Sanierungsmassnahmen und Mietpreisangleichung. Die ständige Ungewissheit des Mieters führt auch dazu, dass man seine Wohnung schlussendlich nicht so verschönert, wie man es vielleicht gern möchte, weil sich grössere Investitionen in eine Mietwohnung einfach nicht lohnen. Im Falle des Auszugs ist ggf. alles zurückzubauen, um die Wohnung wieder in den ursprünglichen Zustand zu versetzen. Der Immobilieneigentümer hat all die Jahre deshalb eine viel höhere Lebensqualität, weil er seine Träume und Wünsche bezüglich seiner Wohnung jederzeit in die Tat umsetzen und seine Immobilie damit zugleich aufwerten kann. In der Mietwohnung ist am Ende alles für die Katz, da lässt sich gar nichts gewinnbringend verkaufen.

Insofern beantworten wir die Frage "kaufen oder mieten" ganz eindeutig mit "kaufen", setzen dabei aber etwas handwerkliches Geschick und eine ausreichende Fitness für das Selbermachen voraus. Aber bekanntlich steckt auch hinter jedem "Ja" ein "Aber", hier ist es.

 

Auch das Mieten beinhaltet Vorteile

Wäre alles so einfach, würde sich jeder Schweizer Bürger mindestens eine Immobilie zulegen. Es gibt durchaus überzeugende Argumente, die für die Miete sprechen:

• Wir leben heute in einer Welt, in der bei allen Menschen höchste Mobilität vorausgesetzt wird. Wer sich seine Wohnimmobilie zulegt, sollte schon sicher sein, dass er die nächsten 20 bis 30 Jahren einen sicheren Arbeitsplatz in der Nähe seiner Immobilie hat. Natürlich kann man die Immobilie ggf. verkaufen, aber das ist zuweilen etwas kompliziert und nicht in jeder Lage schnell und ohne Verluste zu machen. Das gilt insbesondere in ländlichen Regionen wegen der trotz Telearbeitsplätze anhaltenden Tendenz der Landflucht. Wer eine Immobilie in Zürich oder Genf erwirbt, kann davon ausgehen, dass ein Verkauf relativ schnell und meistens sogar gewinnbringend möglich sein wird. Aber im Allgemeinen kann man eine Mietwohnung relativ bequem wechseln, wenn dies die Arbeitssituation z. B. wegen befristeter Anstellung so verlangt.

• Auch ist der administrative Aufwand für den Ein- und Auszug mit Blick auf eine Mietwohnung deutlich überschaubarer als beim Kauf der Immobilie, die jedes Mal wieder neue und andere Renovierungs- und Instandsetzungsarbeiten erfordert. Wer weniger Affinität zum eigenen Handwerk mitbringt, ist auf jeden Fall mit einer Mietwohnung besser bedient.

• Ebenfalls ist eine Mietwohnung besser geeignet für die vielen Menschen, die wenig Bereitschaft dafür haben, gewisse "Opfer" und Einschränkungen für Eigentum aufzubringen. Dazu gehören z. B. der Verzicht auf Urlaubsreisen oder ein langes Hinauszögern des Neuwagenkaufs.

 

FAZIT:

Die Antwort auf die obige Frage liegt gar nicht in erster Linie in einer wirtschaftlichen Bilanzierung mit spitzem Bleistift. Die (richtige) Entscheidung für Wohneigentum ist vielmehr mit den Charaktereigenschaften, mit den Sehnsüchten und Lebensträumen eines Menschen verknüpft. Auf der Suche nach unserem persönlichen Glück innerhalb unseres zeitlich begrenzten Lebens sollten wir nicht immer nur wirtschaftliche Überlegungen in den Vordergrund stellen. Manche Männer folgen fast instinktiv dem guten alten Brauch, der besagt: "Ein guter Mann soll in seinem Leben einen Baum pflanzen, ein Kind zeugen und ein Haus bauen."

Bildquelle: Thorben Wengert / pixelio.de

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