Wie rette ich meine Beziehung?

Diese Frage sollte man sich erst stellen, wenn er sicher ist, die Beziehung retten zu wollen. Machen wir uns doch nichts vor: Da ist ein kleiner Schwips, ein bisschen Geflirte, und schon glauben wir fest daran, eine Dame zu mögen mit all ihren kleinen und grossen Macken. Wir wollen uns dann nicht so recht eingestehen, dass uns die öden Gespräche mit der Dame nicht wirklich erquicken, dass uns ihr belangloses Gerede so langweilt, dass immer nur gilt: In ein Ohr rein, aus dem anderen heraus. Aber dennoch ist es doch so bequem, überhaupt irgendeinen Sexualpartner zu haben. Was wäre das wieder für ein Aufwand, eine andere Frau zu suchen.

 

Wenn die Entscheidung gefallen ist

Darf es auch etwas Liebe sein? Ja, unbedingt, die Antwort auf die Frage: "Ist es wirklich so, dass ich meine Partnerin mag?" müssen wir mit einem klaren JA beantworten können, sonst sollten wir es nicht anstreben, sie behalten zu wollen. Es geht nicht um die grosse Liebe wie im Film, die Realität tickt so: Es beginnt mit Sympathie, die in Freundschaft und Vertrauen mündet, mit den Jahren wird Gewohnheit daraus, und irgendwann tritt der Zeitpunkt ein, dass wir ohne unseren Partner weder leben können noch leben wollen, dann sind beide so zusammen gewachsen, dass der nette Spruch von der "besseren Hälfte" Wirklichkeit geworden ist.

 

Häufige Probleme in der Partnerschaft

Es ist wichtig, wirklich belastende Probleme innerhalb der Beziehung dem Grunde nach zu identifizieren, da deren Lösung eben von ihrer Struktur abhängt. Chronischer Schlafentzug durch den Säugling nagt am Nervensystem beider Eltern, aber ein solches Problem lässt sich lösen, z. B. mit der Hilfe der Grosseltern oder mit einem Babysitter. Letzterer ist möglicherweise die bessere Lösung, da die Schwiegereltern auch gern schon mal dazu neigen, giftige Keile zwischen junge Paare zu treiben. Wenn beide Partner die Anfeindungen, die von aussen kommen, gleichermassen erkennen, kann dies sogar zu einem "Zusammenschweissen" im Sinne eines gemeinsamen Kampfes gegen die äusseren Feinde ihrer Beziehung führen. Allein, ehrlich über alles sprechen und dem anderen zuhören, das müssen wir schon.

Eine weitere Quelle massiver Auseinandersetzungen ist der Streit ums Geld. Wenn wir an dieser Stelle mal etwas versuchen, "über den Dingen zu stehen" in der philosophischen Erkenntnis, dass wir nackt auf die Welt kommen und auch nackt wieder gehen müssen, lässt sich die unselige Fixiertheit auf das Geld gut relativieren, was uns in die Lage versetzt, offen zu fragen: "Was ist mir in meinem Leben wirklich wichtig?" Wer dann antwortet: "Geld", weiss, wo er seine Prioritäten setzen muss.

 

Wege aus der Beziehungskrise

Beziehungen scheitern oft daran, dass sich der Mensch egoistisch in den Mittelpunkt stellt und seinen Partner lediglich als seinen Begleiter oder Anhängsel betrachtet, und zwar nur dann, wenn er keine Probleme macht. So ist unsere Egozentrik unser grösster Feind, denn ohne Kompromisse geht gar nichts. Der Schlüssel zum Erfolg liegt im Zuhören sowie in der Empathie. Unsere ehrliche Bereitschaft zum Zuhören signalisieren wir damit, dass wir in allen Angelegenheiten ganz gezielt nach der Ansicht unseres Partners fragen. Wenn unser Verhalten kritisiert wurde, fragen wir offenherzig nach Rat, wie wir unsere Fehler in Zukunft vermeiden können.

Eine typische Situation, die zu vermeidbaren Spannungen in der Beziehung führt, sieht so aus: Der Partner kommt richtig genervt von seinem Arbeitsplatz nach Hause. Was braucht er jetzt wohl? Einen geduldigen und verständnisvollen Zuhörer. Bemerkungen wie z.B.: "Ich habe dir ja schon immer gesagt, dass du beim Reden nicht immer Ä-Ä sagen sollst ...", und alle anderen kritischen Äusserungen zur Person des Partners sind in diesem Moment extrem kontraproduktiv und zugleich ein Schlüssel zum Tor des Familienstreits. Das Wichtigste dabei ist, Verständnis und ein offenes Ohr für den Partner zu Hausen. Wenn wir es schaffen, dass beide Partner wissen, in einer Krisensituation von dem anderen aufgefangen zu werden, dann haben wir es geschafft.

Bildquelle: RyanMcGuire / pixabay.com

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