Ein Mann kämpft für seine Familie

Die meisten Männer sind sehr stolz auf ihren Nachwuchs, bereitwillig renovieren sie schon lange vor dem Geburtstermin das zukünftige Kinderzimmer, bauen ein niedliches Kinderbettchen und kaufen einen grossen Kombi für den Kinderwagen und die überbordenden Windelpakete. Und dann ist es endlich da, das Baby, und alle Aufmerksamkeit ist auf den kleinen grossen Hoffnungsträger der Familie gerichtet.

Es dauert nun nicht lange, bis der Vater bemerkt, dass ihn niemand mehr bemerkt. Der junge Vater fühlt sich allein, unbeachtet und nutzlos. Seine Partnerin ist mit all ihren Sinnen nur auf das Baby fokussiert, wohingegen der Vater gar nicht weiss, was er mit diesem zerbrechlichen, kleinen, lauthals schreienden und zuweilen übel riechenden Ding anfangen soll. Eigentlich hatte er lange neun Monate Zeit, sich auf diese neue Situation mental vorzubereiten, und trotzdem haben die enormen Veränderungen den frischgebackenen Vater kalt erwischt. Sein Hirn wird nun ständig von einer einzigen Frage zermartert: "Wie soll das jetzt hier nur weitergehen?"

 

Alles wird gut

Alle "erfahrenen" Verwandten und Bekannten geben darauf unisono dieselbe Antwort: Das erste Jahr mit einem Baby ist sehr hart, aber es geht vorbei. Worauf weniger oft ehrlich hingewiesen wird, ist die Tatsache, dass das "verflixte erste Jahr" auch eine enorme Bewährungsprobe für die Partnerschaft der Eltern ist, und Liebe kann an Überforderung zerbrechen. So ist das erste Jahr auch eine Zeit, in der der junge Vater um seine Familie kämpfen muss.

 

Der emotionale "Fels in der Brandung"

Viele junge Mütter durchleben gerade in der ersten Zeit nach der Geburt ein wildes Umrühren des Hormoncocktails in ihrem Körper. Sie "singen den Baby-Blues", ein leidvolles Liedchen, das den Vater in mehrfacher Weise herausfordert in dem Sinne, dass jetzt nicht er, sondern die junge Mutter im Mittelpunkt stehen muss. Er ist nun gefordert, dafür zu sorgen, dass es ihr gut geht. Dazu gehören unbedingt viel Lob und Anerkennung, Zuspruch, Unterstützung jeder Art und liebevolle Zuwendungen. Auf diese Weise schlägt der Vater gleich zwei Fliegen mit einer Klappe, denn geht es der Mutter gut, hat sie genug Kraft dafür, dass sich auch das Kind gut entwickeln kann. Sie ist der Schlüssel für das Wohl des Kindes.

Und umgekehrt gilt: Wenn das Elternpaar in dieser Zeit viel Streit hat, wird deren Beziehung und Liebe sowie auch das Kind starken Belastungen ausgesetzt.

Wichtiger Hinweis: Wenn es der jungen Mutter über einen längeren Zeitraum nachhaltig auch mental sehr schlecht geht und geradezu tief greifende Veränderungen ihres üblichen (charakterlichen) Wesens erkennbar sind, kann sich dahinter eine Wochenbettdepression verbergen, die dringend ärztlicher Behandlung bedarf.

 

Beruf und Familie unter einen Hut bringen

Fast jeder junge Vater spürt den Druck, der mit der Bewusstwerdung verbunden ist, dass er in nächster Zeit im Wesentlichen für das finanzielle Auskommen der neu gegründeten Familie zu sorgen hat. Die Statistik zeigt, dass Väter mit jedem zusätzlichen Kind immer mehr arbeiten. Es ist daher sehr wichtig, dass die Eltern schon lange vor der Geburt ihres Kindes ihre finanzielle Situation analysieren, denn auch der Vater soll unbedingt von Anfang an ausreichend teilhaben an der Erziehung seines Kindes. Es ist gut, dass heute viele Arbeitgeber diesen Konflikt der jungen Väter als gesellschaftliche Herausforderung verstanden haben und das Thema "Vereinbarung von Beruf und Familie" inzwischen recht ernst nehmen.

Um seine Partnerin effektiv entlasten zu können, sollte sich der Vater gut überlegen, welche Aufgaben er mit dem Kind wirklich gern übernehmen möchte. Da ist zum Beispiel das tägliche Bad in der Babybadewanne, eine geradezu ideale Aufgabe für den Vater, der das Baby mit seiner Kraft und seinen grossen Händen sicher im Wasser festhalten kann. Im Rahmen dieses feststehenden Rituals entwickelt der Vater seine eigene tiefe körperliche Bindung zu seinem Baby, in diesen wonnigen Momenten wird sein Kopf wirklich frei von allen Ungereimtheiten an seinem Arbeitsplatz, das tut auch ihm sehr gut.

Ein echtes Problem kann in dieser Phase der Schlafmangel der Eltern sein. Durch Absprache einer optimalen Aufteilung der nächtlichen Kindesbetreuung kann dieses Problem abgefedert werden. Wenn dem Vater ein wichtiger Termin bevorsteht, an dem er gut vorbereitet und fit sein muss, sollte die Mutter dies bezüglich der Nachtruhe berücksichtigen. Im Gegenzug wird der Vater seiner Partnerin am Wochenende mal das erholsame Durchschlafen gönnen.

 

Lernen, Hilfe von aussen anzunehmen

Jedes Paar braucht ab und zu etwas Zeit für sich allein. Das ist auch eine wichtige praktische Massnahme gegen die mögliche Entwicklung einer Eifersucht des Vaters gegenüber dem Baby. Schon vor der Geburt sollte darüber gesprochen werden, ob und wie oft zum Beispiel die Schwiegermutter, eine gute Freundin oder ein Babysitter die Aufsicht über das Kind übernehmen kann, um die so wichtige Zeit der Zweisamkeit damit generieren zu können. Natürlich sollte man es mit solchen "Auszeiten" nicht übertreiben und ganze Wochenurlaube einplanen, denn dann hat man die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Kaum eine (stillende) Mutter möchte ihr Baby so lange verlassen, würde sie dies tun, könnte sie ihre Auszeit auf keinen Fall geniessen.

Zu empfehlen sind daher eher öfter mal kurze Kinderpausen von wenigen Stunden, und dafür findet man auch viel einfacher geeignete Babysitter.

Bildquelle: pixabay.com

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