Ein grosser Spiegel muss nicht teuer sein

Frauen lieben grosse Spiegel, aber auch immer mehr Männer verfügen heute über so viel Eitelkeit, dass sie gern mal prüfen, wie denn der Anzug wirklich sitzt, und dazu möchten wir die gesamte Figur betrachten können. Das ist jedenfalls sehr praktisch.

Zu diesem Zweck, und natürlich auch zur besonderen Freude unserer Frau, bewährt sich eine hohe und ausreichend breite Spiegelfläche, die möglichst einen wesentlichen Teil einer Flurwand einnehmen sollte. Dieser Spiegel darf fast vom Boden bis auf ca. zwei Meter Höhe reichen. Beansprucht man dann noch einen schicken Rahmen, der zum sonstigen Mobiliar oder zum Ton der Decke (des Bodens) passt, darf man wirklich tief in die Tasche greifen, das mag nicht jedermann.

 

Selbst ist der Mann


Auf der anderen Seite bieten die Baumärkte recht grosse, durchgehende Spiegelflächen für erstaunlich wenig Geld an. Zugegeben, der Transport kann recht kniffelig sein. Der Autor selbst hatte es nicht weit vom Baumarkt bis nach Hause und entschied sich, die sehr dünne und relativ leichte Spiegelfläche einfach nach Hause zu tragen. Nun, es war zufällig ein sehr windiger Tag.

 

Anbringung an der Wand


Da Wände meistens keine perfekten Ebenen darstellen, ist es nicht ratsam, die Spiegelfläche einfach nur an die Wand zu kleben. Die meisten Leute heben im Keller oder auf dem Dachboden vieles auf, dazu gehören auch grössere Bretter oder Schrankteile. Hier lässt sich in der Regel eine passende, ebene Holzunterlage für den grossen Spiegel finden, denn das Brett muss überhaupt nicht hübsch sein. Allein, es sollte an allen Seiten über die Spiegelfläche etwas hinausragen. Der sich (scheinbar) so ergebende "Rahmen" soll aber nur zur Anbringung an der Wand dienen. Wir durchbohren also das Brett zum Beispiel an den vier überstehenden Ecken und halten das Brett an die Wand an, so wie der Spiegel später hängen soll, und markieren die Löcher an der Wand.

An den markierten Wandstellen setzen wir Dübel in die Wand, während die Spiegelfläche bereits liegend (mittig) auf das Brett aufgeklebt wird. Als Kleber eignet sich sogar einfacher Holzleim. Ist dieser trocken (möglichst 24 Stunden trocknen lassen), können wir das Brett an die Wand anschrauben. Dazu verwenden wir versenkbare Flachkopfschrauben, die Schraubenköpfe dürfen nicht nach aussen hervorstehen.

 

Den Rahmen individuell gestalten


Ebenfalls in den Baumärkten findet man die verschiedensten strukturierten Zierleisten, manche haben bereits einen ansprechenden Farbton, andere lassen sich einfach nach dem eigenen Geschmack tönen. Auf jeden Fall ist eine Lackierung zu empfehlen, egal ob man seidenmatt oder hochglänzend bevorzugt. Wer den Rahmen etwas robuster und breiter mag, kann sich für jene Bretter entscheiden, die zum Beispiel für den Balkonbau im Landhausstil bereitgestellt werden, auch sie enthalten bereits vorgefertigte Strukturen oder Ornamente.

Eine gewisse handwerkliche Herausforderung stellt das Sägen auf Gehrung dar, um die Rahmenecken im 45-Grad-Winkel zu konstruieren. Die Schiene muss breit genug sein und die Säge fein und scharf. Den Schnitt etwas mit Sandpapier nacharbeiten. Wer die Rahmenteile nicht auf das überstehende Brett aufschrauben möchte, kann es allein mit Kleben versuchen. Dazu muss aber am senkrechten Spiegel ein wiederum senkrechter Andruck auf das Rahmenteil realisiert werden. Das kann zum Beispiel mit einem horizontal eingeklemmten Besenstil gelingen. Bitte nehmen Sie sich in diesem Fall jedes Rahmenteil einzeln vor, für jedes muss ein Tag Andruck vorgesehen werden.

 

Kleine Nachbesserungen


Es kann passieren, dass die Rahmenteile an den Ecken, also am Gehrungsschnitt, nicht wirklich hundertprozentig zusammenpassen. Oftmals entstehen hier kleine Lücken. Diese können aber mit Holzkitt passender Tönung (grob) ausgefüllt werden. Bitte geben Sie sich dabei nicht viel Mühe, das Material "glatt zu spachteln". Wenn es am nächsten Tag ausgetrocknet ist, schleifen wir es vorsichtig mit feinem Sandpapier glatt. Vor diesem Hintergrund wird auch deutlich, dass das Beizen und Lackieren der Rahmenleisten besser die letzten Schritte beim Spiegelbau sein sollten.

Noch ein abschliessender Hinweis: 
Holzkitt nimmt die Beize fast gar nicht an. Diese Stellen werden daher bei genauerem Hinsehen immer etwas auffallen.

 

Bildquelle: pixelio.de

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