Zusammenziehen - nein danke?

Wenn es etwas Ernstes werden soll, kommen wir an der Frage: "Wann ziehen wir endlich zusammen?" nicht vorbei. Bei vielen Männern erschüttert diese spezielle Wortkombination Mark und Bein, aber nach etwas längerer Überlegung können wir uns sogar langsam mit diesem Gedanken anfreunden.

Ein paar Vorteile liegen auf der Hand: So lernen wir unsere Partnerin viel besser kennen und sie auch uns. Das kann mit etwas Glück unsere Beziehung deutlich vertiefen und intensivieren. Anstatt zwei Wohnungen zu mieten, braucht es nun nur noch eine sein. Das klingt verlockend und unsere Partnerin mag das vielleicht sogar romantisch finden, aber es gibt so manches dabei zu bedenken.

Jeden Morgen begegnen wir der ungeschminkten Wahrheit. Anstatt des feinen, schwarzen Abendkleides, das sie etwas schlanker aussehen lässt, liegt sie sich rekelnd und gähnend im verknüllten Schlafanzug in ihrer ganzen Pracht vor uns, nachdem ihr Schnarchen uns auch diese Nacht wieder um den Schlaf gebracht hat. Ihre merkwürdigen Marotten fangen an, uns auf die Nerven zu gehen, und so eine richtige Entlastung im Haushalt ist sie ja auch nicht. So mancher sinnlose Streit bahnt sich phonstark seinen Weg. Herzlich willkommen im normalen Alltag der trauten Zweisamkeit. 

Aber es geht auch anders, nämlich besser, wenn wir im Vorfeld der gemeinsamen, neuen Wohnung die folgenden Tipps beherzigen.

 

Hohe Kompromissbereitschaft bei der Einrichtung der Wohnung


Weniger ist mehr. Zwei Haushalte in einem zu vereinen, bedeutet immer, dass Überflüssiges oder Doppeltes anfällt. Wenn aber beide Partner mit ganzem Herzen an ihrem Wohnzimmertisch und an ihrer Standuhr von der Oma hängen, dann sind Konflikte vorprogrammiert. Auch hier gilt wie im ganzen Leben: Der Klügere gibt nach. Einiges lässt sich im Vorfeld noch auf virtuellen Flohmärkten versteigern, das bringt etwas Geld ein, das für den Umzug sehr wahrscheinlich dringend gebraucht wird. Möglicherweise sind die Waschmaschinen oder Kühlschränke beider Haushalte schon über zwölf Jahre alt. Da darf man sich fragen, ob sich ein Transport noch lohnt, ob ein neues, umweltschonendes Gerät bei dieser Gelegenheit nicht angebrachter ist.

Was die Einrichtung und das Ambiente der neuen gemeinsamen Wohnung angeht, sollten wir zu unserer eigenen Bequemlichkeit schnell akzeptieren, dass hier, wie in so vielen anderen Bereichen auch, die Dame das Zepter führen wird.

 

Die kleinen Marotten der Partnerin tolerieren


Was ist damit eigentlich gemeint? Es sind meistens die ganz kleinen Aufreger, die vermeintlich keiner Rede wert sind, die wir in unserer ersten Verliebtheit sogar total sympathisch fanden. Aber im Zuge des Zusammenlebens entwickeln die kleinen Marotten zuweilen eine bombastische integrale Wirkung. Immer wieder schraubt sie den Deckel schief auf die Zahnpasta-Tube, niemals steht das Bierglas griffbereit vorne im Schrank, ständig liegen ihre Klamotten auf dem Sessel, dass man sich nicht hinsetzen kann. 

"Nobody is perfect." Machen wir also einen fairen Deal nach dem Motto: "Ich ertrage Deine Marotten und Du erträgst meine." Und schon ist eine wunderbare Basis geschaffen für eine gegenseitige und nachhaltige Toleranz.

 

Jeder braucht seine Privatsphäre


Es ist nicht gleich Burn-out, wenn einer der Partner nach einem anstrengenden Arbeitstag nach Hause kommt und einfach nur mal eine halbe Stunde seine Ruhe braucht. Dieses gute Recht steht jedem zu. Umgekehrt kann ein ununterbrochener Redeschwall, mit dem wir täglich unsere Partnerin überschütten, meistens angefüllt mit den immer wiederkehrenden, überflüssigen Konflikten am Arbeitsplatz, zu einer echten Belastung unserer Beziehung heranwachsen. Hier muss sich jeder selbst beobachten und gegebenenfalls zurücknehmen, denn der Partner ist kein "Mülleimer".

Auch wenn die Partnerin vielleicht ab und zu noch mit ihrem Ex-Partner telefoniert, darf sie das in Ruhe und allein in ihrem Zimmer machen, ohne dass da jemand mit IT-Werkzeugen die Gesprächsinhalte kontrollierend mitverfolgt. 

 

Die Hausarbeiten nach Vorlieben einteilen


Es ist völlig falsch, dass jeder gleich oft abwaschen und den Müll herausbringen muss. Anders ausgedrückt verhält es sich so: Nein, die Frau wäscht nicht lieber ab als der Mann, und nein, der Mann renoviert nicht lieber das Wohnzimmer als die Frau. Aber oftmals fällt es dem Mann nicht ganz so schwer, die eingekleisterte Tapetenbahn die Leiter hochzutragen, und die Frau kann mit ihren geschickten kleinen Händen und ihren guten Augen den Gläsern einen viel ansprechenderen, homogenen Glanz verleihen. 

Fazit: Wenn beide Partner gegenseitig Rücksicht auf die Vorlieben und auf die Abneigungen des Anderen nehmen, wird ein optimaler Weg gefunden, wie der gemeinsame Haushalt gemeistert werden kann.

 

Bildquelle: aliceabc0 / pixabay.com

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