Rauchen ist eine Gefährdung der Gesundheit

Die Schweiz ist Weltspitze, leider auch in der Raucherquote, die bei mehr als 28 Prozent Bevölkerungsanteil liegt. Im weltweiten Vergleich befindet sich die Schweiz damit nach Russland und Griechenland sowie Chile und Irland auf Platz 5. Der bevorstehende (jährliche) Welt-Nichtrauchertag am 31. Mai veranlasst uns zu den nun folgenden Hinweisen.

 

Die Zähne leiden mit


Betrachten wir zuerst unsere (teuren) Zähne. Das deutsche Institut für Ernährungsforschung (DIfE) veröffentlichte kürzlich eine interessante Langzeitstudie (EPIC*-Potsdam) unter Leitung von Heiner Boeing mit dem Ergebnis, dass Raucher ein signifikant erhöhtes Risiko tragen, ihre Zähne schon in jungen Jahren zu verlieren. Die Studie präsentiert zugleich eine gute Nachricht: Wer dem Rauchen konsequent entsagt, erreicht spätestens nach zehn Jahren den Stand eines Nichtrauchers.

EPIC bedeutet "European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition". Es handelt sich um eine der grössten "vorausschauenden" Studien, die die Zusammenhänge zwischen der Ernährung sowie anderer Faktoren der Lebensführung und Krebs beziehungsweise anderen chronischen Erkrankungen aufzuklären versuchen. An der EPIC-Studie beteiligen sich zurzeit zehn europäische Länder auf der Datengrundlage von insgesamt 519.000 Studienteilnehmern. 

Eine Kernaussage besteht hier darin, dass das Rauchen eben nicht nur das Herz-Lungen-System einschliesslich aller Gefässe gesundheitlich beeinträchtigt, sondern darüber hinaus auch die Zähne. Das Risiko, seine Zähne vorzeitig zu verlieren, macht bei Rauchern den Faktor 3,6 aus, bei rauchenden Frauen immerhin 2,5. Die Datenbasis gründet sich bei dieser bemerkenswerten Studie auf über 23.000 Probanden.

Als Hauptursache für den Zahnverlust hat sich klar die Parodontitis (Zahnfleischentzündung) herausgestellt. Wer also als Raucher unter einer rezidivierenden (immer wiederkehrenden) Zahnfleischentzündung leidet, sollte dies als ein Alarmsignal des Körpers verstehen. Allerdings unterdrückt das Rauchen das Zahnfleischbluten, das gemeinhin als hinweisendes Symptom auf eine Paradontitis anzusehen ist. Aus diesem Grunde sollte der Raucher seinen Zahnarzt stets nach dem Zustand seines Zahnfleisches befragen. Hinsichtlich eines möglicherweise erhöhten Kariesrisikos bei Rauchern besteht noch weiterer Forschungsbedarf.

 

Rauchen ist Risikofaktor Nummer 1


Das EPIC beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit den Folgen des Rauchens. Eines der wichtigsten Ergebnisse ist, dass der Tabakkonsum im Vergleich zu anderen Risikofaktoren den Menschen die meisten Lebensjahre raubt. Prof. Rudolf Kaaks gehört dem Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) an. Er und sein Team erarbeiteten eine Statistik, die zeigt, wie sich bestimmte Elemente des Lebensstils auf die Lebenserwartung auswirken. Darüber hinaus wurden dann ganze "Risikoprofile" erstellt mit der Zielrichtung, die verschiedenen Kombinationen von Risikofaktoren hinsichtlich der Lebenserwartung ins Visier zu nehmen. 

Klarer "Anführer" beim Verkürzen des Lebens ist der Risikofaktor Rauchen. Männer, die täglich mehr als zehn Zigaretten rauchen, opfern damit durchschnittlich 9,4 Lebensjahre. Bei Frauen reduziert sich die Lebensverkürzung auf 7,3 Jahre. Weitere Risikofaktoren, die bei dieser Studie mit in Betracht kamen, waren das Übergewicht, der Alkoholkonsum, aber auch der Verzehr von "rotem" Fleisch. Die Kombination all dieser Risikofaktoren wies ein signifikant erhöhtes Risiko der Lebensverkürzung aus. 

Bei maximalem Auseinanderklaffen der Lebensstile zwischen gesund und gefährdend sank die Lebenserwartung bei Frauen im Durchschnitt um 13,9 Jahre und bei Männern um 17 Jahre. Bei allen Betrachtungen stellte sich das Nichtrauchen als effektivster Hebel für ein längeres Leben heraus. "Weniger rauchen" ist zwar schon eine Verbesserung, aber der tägliche Konsum von weniger als zehn Zigaretten kostet uns, egal ob Frau oder Mann, im Durchschnitt noch immer fünf Lebensjahre. Diese Aussage wird auch durch Studien in den USA bestätigt. 

Eine abschliessende Bemerkung: Eines sollte aber bei all den statistischen Erhebungen immer klar sein. Was die reinen Zahlen uns nicht zeigen können, ist das Niveau der Lebensqualität, welches wir in unseren letzten Jahren noch haben können oder eben nicht. Es geht nicht nur darum, dass der Raucher ein paar Lebensjahre abgeben muss. Wenn Herz und Kreislauf am Boden darniederliegen, dann können es die Ärzte dank der modernen Medizin schaffen, einen Menschen noch lange mit künstlicher Beatmung am Leben zu erhalten, aber was für ein unerträgliches Leben ist das dann? 

 

Bildquelle: markusspiske / pixabay.com

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