Die Wahrheit über Sport und Alkohol

Diese "Freundschaft" ist nicht ehrlich, wenngleich wir ungern auf das gemütliche Bierchen mit den Mannschaftskollegen nach dem Match verzichten möchten, hat das alles doch auch eine wichtige psychologische Komponente, die uns enger zusammenschweisst. Als leistungssteigerndes Mittel ist Alkohol aber mitnichten geeignet.

Jeder weiss, dass Alkohol sowohl das Reaktionsvermögen als auch die Koordination der Bewegungen sehr negativ beeinflusst. Gemäss einer Schweizer Studie verringert Alkoholgenuss vor dem Sport die Leistungsfähigkeit signifikant. Viel interessanter ist aber die Frage, welchen Einfluss alkoholische Getränke nach dem Sport auf unsere Gesundheit haben, weil wir damit eine durchaus gängige Praxis kritisch beleuchten. 

 

Die Regeneration nach dem Sport ist wichtig

 

Forscher der neuseeländischen Massey Universität fanden heraus, dass bereits moderate Alkoholmengen die Regeneration der Muskeln nach dem Training signifikant einschränken. Gestützt wird diese Aussage auf eine Untersuchungsreihe, bei der die eine Gruppe Hobby-Sportler nach dem Krafttraining Wodka-Orangensaft zu trinken bekamen. Die Kontrollgruppe erhielt eine entsprechende Menge Saft mit einem Energie-Zusatz. Jeweils nach 36 sowie 60 Stunden wurde die Leistungsfähigkeit aller Probanden erneut gemessen. 

 

Auswirkung des Alkohols auf die Muskulatur

 

Da die Messungen der Leistungsfähigkeit der Muskeln erst zwei bis drei Tage nach der Verabreichung des Getränks erfolgten, wurde dem Körper bewusst ausreichend Zeit gegeben, den Alkohol vollständig abzubauen. Doch die Messergebnisse waren wirklich ernüchternd. Selbst 60 Stunden nach dem kleinen Alkoholgenuss war die Maximalkraft in einigen Fällen noch fast 50 Prozent kleiner als bei den Abstinenzlern. Dies wird so interpretiert, dass durch Alkohol die Regenerationsfähigkeit der Muskeln ausgebremst wird. So ganz neu und überraschend sind diese Erkenntnisse nicht, wird doch der Alkohol bei Profi-Sportlern schon immer grundsätzlich aus dem Ernährungsplan gestrichen. 

 

Betrachten wir das Ganze einmal anders herum

 

Wenn wir uns mit dem Zusammenwirken von Sport und Alkohol beschäftigen, müssen wir auch der Frage nachgehen, wie unser Körper damit klarkommt, wenn wir zuerst Alkohol trinken und danach zu sportlichen Aktivitäten übergehen. Viele Männer neigen dazu, ihren Kater mit Gewalt aus dem Körper zu jagen. Ist das eine probate Methode?

 

Mit einem Kater Sport treiben

 

Wer mit einem dickem Kopf Sport treibt, muss wirklich vorsichtig sein. Der Kater ist ein klarer Ausdruck von Flüssigkeitsmangel, weil Alkohol ein hydrophiler Stoff ist, das heisst, er neigt dazu, viel Wasser an sich zu binden, das dem Körper entzogen wird. Über die hochgradig angeregten Nieren wurde in der Bilanz mehr Flüssigkeit ausgeschieden, als man in dieser Zeit zu sich genommen hat. Beim Abbau des Alkohols entstehen Giftstoffe, die für die Kopfschmerzen, den Schwindel und die Übelkeit verantwortlich sind.

Wer in dieser Situation Sport treibt, entzieht seinem ohnehin schon ausgetrockneten Organismus durch das Schwitzen noch mehr Flüssigkeit sowie wichtige Mineralstoffe. Das kann richtig gefährlich werden. 

Sport regt den Stoffwechsel an und der Körper greift dazu auf den relativ leicht zu verstoffwechselnden Alkohol zurück. Dadurch werden noch mehr Giftstoffe produziert, der Kater verschlimmert sich sogar. Konzentrations- und Gleichgewichtsstörungen bis hin zu Herzrhythmusstörungen können dadurch eintreten. 

Wie jeder weiss, wird Alkohol in der Leber abgebaut. Das schafft das gesunde Organ mit einer Geschwindigkeit von circa 0,1 Promille pro Stunde, und zwar ziemlich unabhängig davon, ob man im Bett liegt oder zum Joggen geht. Bei letzterer Variante wird der Kreislauf angeregt und wir bekommen viel frische Luft, was auf jeden Fall positiv zu bewerten ist. Wenn Sie im Vorfeld auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten und die deutlich eingeschränkte Leistung wohlwollend akzeptieren, können Sie durchaus zu einem "abgespeckten" Training gehen. Aber achten Sie dabei auf sich. Sobald sich Schwindel oder ein andersgeartetes Unwohlsein einstellt, brechen Sie das Training besser ab. Schon am nächsten Tag ist die Situation bestimmt viel besser. 

 

Den Kater aus dem Haus treiben

 

So richtig vertreiben lässt sich ein Kater durch Sport nicht. Es gilt wie immer: Vorbeugen ist besser als heilen. Gewöhnen Sie sich einfach an, beim Feiern jedes alkoholische Getränk mit einem darauf folgenden Glas Mineralwasser zu ertränken. Bedenken Sie auch, dass zum Beispiel die meisten Alcopops, billiger (süsser) Schnaps und Wein mehr Giftstoffe enthalten als helles Bier oder edler Wein. Es kommt sehr darauf an, was man so alles durcheinandertrinkt.

 

Bildquelle: spooky_kid / pixabay.com

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