Farbenblindheit - Symptome und Vererbung

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Farbenblindheit gehört zu den nervigsten und unter Umständen gefährlichsten Sehstörungen, die man überhaupt haben kann. Warum das für eine Männerseite überhaupt relevant ist? Nun, ganz einfach: Bestimmte Varianten der Farbenblindheit haben deutlich mehr Männer als Frauen. Und zu allem Überfluss ist dieses Problem auch noch vererbbar. Auf die Hintergründe der Farbenblindheit gehen wir im Folgenden ein und erklären zuerst, wieso diese überhaupt eine deutliche Einschränkung der Lebensqualität mit sich ziehen kann. 

 

Warum Farbenblindheit problematisch ist

 

Eine Farbenblindheit hat eine stark vermindernde Wirkung auf die Lebensqualität. Denn je nach Intensität des Phänomens hat man gar keine Möglichkeit, die eigene Umwelt in ihrer vollen Schönheit wahrnehmen zu können – ohne Frage eine Einschränkung. Zudem ist Farbenblindheit im Strassenverkehr keineswegs ungefährlich und schon gar nichts, was man auf die leichte Schulter nehmen sollte. Aus diesem Grund ist die Früherkennung übrigens so wichtig, gerade weil im Erwachsenenalter erhebliche Folgen drohen können. 

 

Was ist Farbenblindheit?

 

Ohne zu wissen, was Farbenblindheit überhaupt ist, kann man sie natürlich nicht identifizieren. Beschäftigen wir uns also zunächst mit der Frage, was Farbenblindheit überhaupt ist. Letztendlich ist Farbenblindheit nicht die eine Sehstörung, sondern ein Sammelbegriff für verschiedene, die allerdings leider oft ähnlich problematische Folgen haben. Grundsätzlich gibt es nämlich drei verschiedene Varianten der Farbenblindheit, zwischen denen unterschieden wird. 

Erstens wäre da die sogenannte totale Farbenblindheit. Hierbei handelt es sich um eine vererbbare Krankheit, bei der allerdings beide Geschlechter gleichermassen betroffen sind. Sie ist auch gleichermassen die gefährlichste Art der Farbenblindheit, weil die darunter leidenden Menschen tatsächlich nur verschiedene Graustufen voneinander unterscheiden können. Damit nicht genug, leiden sie in aller Regel noch unter einer Überempfindlichkeit gegenüber Licht- vergleichbar mit der Empfindlichkeit von Migränepatienten. Die Ursache für die Farbenblindheit ist die sogenannte Achromatopsie. Gott sei Dank betrifft sie nur relativ wenige Menschen, und zwar etwa eine von 30000. Um die Wirkung dieser Störung zu beschreiben, muss man sich etwas mit der Funktionsweise des Auges auskennen, das ja bekanntlich normalerweise über Zäpfchen und Stäbchen verfügt. Leider fehlen die Zäpfchen bei Farbenblinden oder arbeiten nicht richtig. Das ist auch der Grund für die mangelnde Regulation der benötigten Helligkeit. Diese Menschen erleben durch die Probleme mit normalem Tageslicht eine ständige Reduktion ihres Lebens. Für sie ist das Dämmerlicht praktisch die angenehmste Variante. Statt Farben nehmen sie allerdings nur kräftigere oder schwächere Schattierungen wahr. Um die Empfindlichkeit etwas abzudämpfen, tragen sie oft Brillen mit getönten Gläsern. 

Für eine echte Farbenblindheit gibt es bis heute leider keine echte Therapie. Erste Versuche für Gentherapien laufen bereits an, wobei fraglich ist, ob die Gehirne der Betroffenen überhaupt die ganzen neuen Reize verarbeiten könnten. 

 

Rot-Grün-Blindheit

 

Eine relativ weit verbreitete Störung ist die sogenannte Rot-Grün-Blindheit. Bei dieser Variation ist es so, dass entweder die Zapfen für die gründe oder die rote Farbe nicht richtig funktionieren oder einfach gar nicht vorhanden sind. Entsprechend können sie statt der üblichen drei Grundfarben nur zwei wahrnehmen. Fehlen etwa die Zapfen für die grüne Farbe, nehmen sie entsprechende Objekte nicht wahr oder verwechseln Rot und Grün – diese Farben erkennt man nämlich nur im Kontrast. Gerade bei einer Rot-Grün-Blindheit ist die Gefahr im Strassenverkehr sehr hoch. Nun werden sich die Leser vermutlich denken, dass doch die die Reihenfolge der Farben an der Ampel gleich bleiben. Das stimmt zwar, dennoch arbeiten wir im Strassenverkehr mit Reflexen, was faktisch kaum möglich ist, wenn man die entsprechenden Farben nicht sehen kann. 

 

Rot-Grün-Schwäche

 

Verhältnismässig viele Menschen sind nicht gleich Rot-Grün-blind, sondern leiden an einer Schwäche. Dabei sind die Ausprägungen durchaus individuell und unterschiedlich: Während manche Menschen lediglich Probleme haben, kleine Farbdetails voneinander zu unterscheiden, sind andere wiederum fast unfähig, die verschiedenen Farben zu erkennen. Entsprechend schwierig ist es relativ problematisch, Aussagen über die Konsequenzen zu treffen, mit denen die Betroffenen leben müssen. 

Farbenblindheit 2

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Vererbung der Sehschwächen

 

Farbenblindheit ist leider vererbbar. Sie wird zwar geschlechtsneutral vererbt, allerdings scheinen etwa achtzig Prozent der Erkrankungen vererbungsunabhängig sind. Allerdings ist die Farbvererbung nicht immer geschlechterunabhängig. Denn 

für die Rot-Grün-Schwäche ist ein Gendefekt verantwortlich. Also müsste man auch hier mit einer Gentherapie arbeiten. Bis eine entsprechende Methode aber verfügbar ist, wird es vermutlich noch eine Weile. So lange dieser Zeitpunkt aber noch nicht gekommen ist, werden sich etwa acht Prozent der Männer und 0,8 Prozent der Frauen mit dieser Problematik herumschlagen müssen. 

Die Diskrepanz zwischen den Geschlechtern hat leicht zu erklärende Ursachen. Frauen haben bekanntlich zwei X-Chromosome. Das Gen für die Farbdifferenzierungen beim Sehen liegt auf diesem X-Chromosom. Männer wiederum verfügen über ein X- und ein Y-Chromosom. Da Frauen über zwei dieser Gene verfügen, ist der Defekt von einem Gen durch das andere auszugleichen. Diesen Vorteil haben die Männer allerdings leider nicht. Trägt ein Gen den Defekt, reicht dies bei Männern aus, um eine Rot-Grün-Schwäche zu erzeugen. 

 

Diagnose 

 

Die Diagnose wird für gewöhnlich mit den Ishihara-Tafeln durchgeführt. Denn diese aus farbigen Punkten zusammengesetzten Zahlen sind vor einem ebenso farbigen Hintergrund für Menschen mit entsprechenden Fehlfarbwahrnehmungen nicht zu sehen.

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