Fahrangst bei Männern? - Die gibt es

Nervosität vor einer Prüfung, Herzklopfen vorm Bewerbungsgespräch oder flatternde Schmetterlinge im Bauch, wenn das erste Date ansteht, gehören zu den ganz normalen Gefühlen eines Mannes. Wenn aus dem Herzklopfen aber Herzrasen wird, Schweissausbrüche hinzukommen, Angst vor einer bevorstehenden Ohnmacht entsteht und Schwindel eintritt, können dies Symptome einer Panik sein. Die Fahrangst tritt speziell beim Autofahren auf. 

 

Ursachen nicht gleich erkennbar 

Weshalb es statistisch gesehen eher bei Frauen als bei Männern zu einer Fahrangst kommt, lässt sich damit erklären, dass das weibliche Geschlecht von Natur aus ängstlicher reagiert beziehungsweise zur besonderen Vorsicht erzogen wird. Allerdings treten Panikattacken selbst bei Männer auf, die mit beiden Beinen fest im Leben stehen, die einen anspruchsvollen Job ausüben und gesellschaftlich sehr aktiv sind. Doch gerade das kann ein Grund für den Ausbruch einer Angststörung sein. Wenn zu viele Reize auf das Gehirn einströmen, fühlt es sich irgendwann überfordert. Die einen reagieren mit einem Burn-out, anderen wird in einer gewöhnlichen Situation mulmig zumute. Das kann auf der Autobahn sein, wo sich die Spuren wegen einer Baustelle über mehrere Kilometer verengen. Obwohl man derartige Strecken schon häufig gefahren ist, fühlt man sich plötzlich überfordert und fürchtet, die Nerven zu verlieren und das Fahrzeug des Nebenmanns zu rammen. Das passiert nicht. Dennoch macht so ein Vorfall Sorge. 

 

Bei einer Attacke bleibt es nicht 

Die Fahrangst tritt unbehandelt fortan immer häufiger auf. Denn selbstverständlich prüft der Betroffene von nun an seinen Puls, misst eventuell den Blutdruck und sieht in den Spiegel, um sich von seinem Gesundheitszustand zu überzeugen. Anfangs scheint alles gut zu gehen, doch sobald eine ähnliche Situation wie die erlebte auftritt, erinnert sich das Gehirn zurück. Die nächste Panikattacke macht sich bemerkbar, bei der die Symptome stärker als zuvor auftreten. Neue kommen hinzu. Irgendwann hat man Angst zu sterben. Auch bei anderen Gelegenheiten tritt die Fahrangst plötzlich auf, beispielsweise im Tunnel oder beim Fahren bei Dunkelheit, erst recht bei hohen Geschwindigkeiten. Um der Fahrangst zu entgehen, nimmt man Umwege in Kauf und macht sich dafür lieber etwas früher auf den Weg. Gerade Männer meinen, sich immer noch im Griff zu haben, obwohl es ihnen körperlich und psychisch immer schlechter geht. Irgendwann traut man sich überhaupt nicht mehr ins Auto. Wenn jemand fragt, antwortet man, dass das Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln die Umwelt schont und man mit der Zeit gehen möchte. 

 

Risiken einer Fahrangst 

Die Fahrangst ist eine Phobie. Wird sie nicht behandelt, kann sie auf weitere Lebensbereiche übergreifen und zusätzliche psychische Probleme nach sich ziehen. Das liegt daran, dass das Selbstbewusstsein schwindet. Das Autofahren ist heutzutage eine Selbstverständlichkeit. Wer kein Auto fährt, wird als Angsthase abgestempelt. Das hat Auswirkungen auf den Beruf und auf das private Leben. Abgesehen davon kann die Ehefrau schon mal ungehalten reagieren, wenn immer sie fahren soll. Denn sie weiss ja nichts von der Fahrangst ihres Mannes. Derartige Unstimmigkeiten lösen nicht selten Ehekrisen aus, die sich vermeiden liessen, wenn man offen miteinander umginge. Zudem sind Busse und Bahnen nicht immer pünktlich. Man geniesst schon einen gewissen Luxus, wenn man sein Ziel mit dem privaten Fahrzeug erreicht. Das kann man aber gerade nicht. 

 

Fahrangst eingestehen und behandeln lassen 

Wer sich seine Fahrangst eingesteht, hat den ersten Schritt zur Heilung geschafft. Anstatt den Schwindel auf organische Leiden zu schieben, ordnet man sein Unwohlsein richtig zu. Unter der Anleitung eines auf die Fahrangst geschulten Psychologen lernt man, seine Ängste zu kontrollieren und probt spezielle Techniken, um frühzeitig gegenzusteuern. Da die Muskelspannung vor und während eines solchen Anfalls übermässig hoch ist, bieten sich Muskelentspannungstrainings an. Auch Selbsthilfegruppen können weiterhelfen. Stellt sich im Gespräch mit dem Psychologen heraus, dass die Fahrangst aus Dauerstress resultiert, muss dieser abgebaut werden.

 

Bildquelle: lechenie-narkomanii / pixabay.com

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