Tipps für die nächste Gehaltsverhandlung 

Nicht nur beim Einstellungsgespräch wird über die Gehaltsvorstellungen gesprochen. Wer im Laufe der Jahre mehr verdienen möchte, muss ebenso gelegentlich mit seinem Chef reden. Doch wie führt man Gehaltsverhandlungen erfolgreich und was gibt es zu beachten? Der nachfolgende Artikel gibt Tipps. 

 

Den richtigen Zeitpunkt abpassen 

 

Nicht immer lohnt es, um mehr Geld zu bitten. Wer den Zeitpunkt für die Gehaltsverhandlung nicht richtig wählt, blitzt beim Chef erfolglos ab. Ein zu häufiges Nachfragen wird als aufdringlich empfunden. Doch fragt man überhaupt nicht nach, verdient man nicht mehr. Was also ist die beste Strategie? Grundsätzlich sollte jährlich höchstens einmal um eine Gehaltserhöhung gebeten werden. Eine gute Gelegenheit ist die Einbindung in ein neues Projekt, das viel Zeit, Leistungsbereitschaft und Erfahrung erfordert. Entweder erklärt man dem Vorgesetzten, dass man sich gern engagiert und sich im Gegenzug über höhere Zuwendungen freuen würde. Oder man wartet ab, bis das Projekt so gut wie abgeschlossen ist, um mit dem Mehrwert für das Unternehmen zu punkten, der durch die eigene Arbeit geschaffen wurde. 

 

Vorbereitung ist wichtig 

 

Vor einer Gehaltsverhandlung lohnt es, sich gut vorzubereiten, damit man seine Aussagen belegen kann. Eine bewährte Variante ist die sogenannte Leistungsmappe, in die unter anderem die Aufgaben aus dem Arbeitsvertrag aufgenommen werden sowie die tatsächlich ausgeübten. Häufig stellt sich nämlich heraus, dass der Arbeitnehmer freiwillig mehr leistet, als er eigentlich muss. Um den Mehrwert für das Unternehmen zu beschreiben, macht es Sinn, die abgeschlossenen Projekte aufzuführen und die eigene Mitarbeit zu erläutern. Besondere Leistungen sind freiwillige Mehrarbeit, Zeitersparnisse durch motiviertes Arbeiten, aber auch das Lob des Kunden oder des Vorgesetzten. Um statt einer Einmalzahlung für ein abgeschlossenes Projekt eine regelmässige Gehaltserhöhung zu erhalten, sollten für die Zukunft geplante Leistungen ebenso dokumentiert werden. 

 

Wie viel darf ich verlangen? 

 

Über das Gehalt der Mitarbeiter wird in den meisten Unternehmen nicht geredet. Sollte man trotzdem erfahren, dass der Kollege mehr verdient, ist dies kein gutes Argument für eine Gehaltsverhandlung. Man müsste dem Vorgesetzten handfeste Gründe benennen, warum der andere Mitarbeiter nicht mehr verdienen dürfte. Diese würden auf dessen höchstens gleichwertige oder gar schlechtere Leistungen als die eigenen abzielen. Doch wie will man die beurteilen? Derartige Vergleiche laufen immer auf subjektive Empfindungen hinaus und werden von der Chefetage zudem als unkollegial empfunden. Besser ist es, sich an der Unternehmensgrösse, dem regionalen Standort und am allgemein für die Branche üblichen Lohnniveau zu orientieren. Grundsätzlich kann das Gehalt mit dem absolvierten Ausbildungsgrad sowie der Berufserfahrung steigen. Das erste Angebot sollte so gewählt werden, dass noch Spielraum nach unten bleibt. Denn erhöht sich das Gehalt nur gering, ist man nicht wirklich glücklich und wird schon bald um eine neue Gehaltsverhandlung bitten müssen. 

 

Andere Vergütungen wählen 

 

Bei einer Gehaltsverhandlung muss nicht unbedingt ein höheres Einkommen herausspringen. Häufig fehlt es den Arbeitnehmern weniger an Geld als an Zeit für die Familie. Deswegen lohnt es, alternativ über mehr Urlaubstage oder einen Zeitausgleich für geleistete Überstunden zu verhandeln. In einigen Unternehmen ist es möglich, von Zuhause aus zu arbeiten. Wer im Homeoffice arbeitet, kann sich seine Arbeitszeit im Allgemeinen selbst einteilen. Diese Möglichkeit schafft Freiräume für private Erledigungen. Da zudem die Wege zur Arbeit und zurück entfallen, bleibt insgesamt mehr Freizeit. 

 

Tipp für schüchterne Arbeitnehmer 

 

Arbeitgeber sind darauf geschult, Gehaltsverhandlungen so geschickt zu führen, dass sie sich für Arbeitnehmer möglichst wenig lohnen. Insbesondere zurückhaltenden Untergebenen fällt es schwer, ihren Standpunkt zu äussern und zum richtigen Zeitpunkt die passenden Argumente zu finden beziehungsweise souverän zu kontern. In grösseren Unternehmen muss der Arbeitnehmer den Weg zum Vorgesetzten nicht unbedingt persönlich auf sich nehmen. Es ist ganz legitim, Gehaltsverhandlungen per Email zu führen. Der Vorteil darin besteht im zeitlichen Verzug, der eine geschicktere Wortwahl zulässt.

 

Bildquelle: nattanan23 / pixabay.com 

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