Fussball-Rivalitäten und Derbys 

Fussball ist zweifelsohne die beliebteste Sportart überhaupt. Nicht umsonst wird sie auch als schönste Nebensache der Welt bezeichnet. Gemeinhin ist es anerkannt, umfangreiches Fussballwissen als unumstösslichen Beweis grosser Männlichkeit zu sehen. Umso wichtiger ist es in der Männerrunde also, mit Fachwissen zum Thema auftrumpfen zu können. Mit diesen Fakten rund um die grössten Rivalitäten im Weltfussball glänzen Sie beim nächsten Stammtisch garantiert. 

 

Boca Juniors - River Plate (Buenos Aires, Argentinien) 

 

Aktuell befindet sich dieses leidenschaftliche Derby besonders im Fokus der fussballerischen Aufmerksamkeit. Die beiden Hauptstadtclubs stehen sich im Finale der Copa Libertadores gegenüber, des grössten Wettkampfs auf Vereinsebene in Südamerika. Der angesetzte Termin für das Rückspiel musste verschoben werden, da River-Fans den Spielerbus des Stadtrivalen attackierten. Dies ist nur einer der zahlreichen Belege dafür, wie hitzig diese Begegnung stets ausfällt und was dabei auf dem Spiel steht. Der Legende nach wurden auch die jeweiligen Vereinsfarben in einem Spiel entschieden: Um das Jahr 1907 verwendeten sowohl Boca aus dem namensgebenden Hafen- und Arbeiterviertel La Boca als auch River, benannt nach dem Río de la Plata und beheimatet im noblen Viertel Belgrano, noch die Vereinsfarben Rot und Weiss. Das Entscheidungsspiel entschied River für sich, sodass Boca kurzerhand die Flagge des ersten ankommenden Schiffs im Hafen als Inspiration für die neuen Trikots nahm. Dieses Schiff aus Schweden brachte so die Farben Blau und Gelb ein. 
Zwar sind die ehemaligen Klassenunterschiede zwischen den beiden Vereinen heutzutage nahezu vollständig verschwommen, die Nation spalten die Clubs allerdings noch immer: Fast drei Viertel aller argentinischen Fussballfans bekennen sich zu einem der beiden Clubs, rund 40 % zu Boca und 35 % zum Rekordmeister River. 
Damit ist klar, was im Rückspiel der Copa Libertadores auf dem Spiel steht: Das Privileg, auf Jahre hinweg die unangefochtene Nummer eins nicht nur in der Hauptstadt, sondern im ganzen Land zu sein. 

 

Olympiacos - Panathinaikos (Piräus/Athen, Griechenland) 

 

Rivalitäten wie jene zwischen Celtic Glasgow und Glasgow Rangers oder Real Madrid und dem FC Barcelona mögen zwar international bekannter sein, an Intensität steht ihnen dieses griechische Derby jedoch in nichts nach. Die beiden erfolgreichsten Clubs Griechenlands stehen sich in dieser Begegnung gegenüber, die auch Derby der ewigen Feinde oder Mutter aller Schlachten genannt wird. Interessanterweise liegt diese Feindschaft ebenfalls in einem Klassenkonflikt begründet: Olympiacos aus der Hafenstadt Piräus repräsentierte einstmals die Arbeiter, während Panathinaikos Club der reichen Hauptstädter war. Die beiden Clubs machen 123 Meistertitel unter sich aus und sind somit die bei weitem erfolgreichsten Vereine des Landes. 
Ihren traurigen Höhepunkt erreichte die Rivalität im Jahre 2007, als der 22-jährige Panathinaikos-Anhänger Mihalis Filopoulos im Rahmen eines geplanten Hooligan-Aufeinandertreffens erstochen wurde. 

 

Roter Stern - Partizan (Belgrad, Serbien) 

 

Die Belgrader Rivalität zählt zu den bekanntesten und hasserfülltesten Begegnungen im Weltfussball. Sowohl die Stadien der beiden Clubs als auch ihre Gründungsdaten liegen eng beieinander. Zunächst wurde am 4. März 1945 der Sportverein Roter Stern vom Vereinigten Bund der antifaschistischen Jugend Serbiens gegründet, wenige Monate später dann Partizan von jungen Offizieren der jugoslawischen Volksarmee. Da beide Clubs in Jugoslawien nach dem Zweiten Weltkrieg als Repräsentanten politischer Institutionen gegründet worden waren, entwickelte sich das Derby schnell zum Stellvertreter für Konflikte zwischen den beiden Seiten des politischen Spektrums. 
Die Rivalität ist auch als Ewiges Derby bekannt und reicht bis ins Jahr 1913 zurück, dem Gründungsjahr der Vorgängervereine BSK Belgrad und SK Jugoslavija. Seitdem sind Roter Stern und Partizan unangefochten die erfolgreichsten Vereine nicht nur im heutigen Serbien, sondern in ganz (Ex-)Jugoslawien. Seit dem Zerfall der Republik im Jahre 1992 ging lediglich ein einziger Meistertitel weder an Roter Stern noch Partizan. In der historischen Betrachtung kann Partizan 46 Titel vorweisen, während Roter Stern bislang 63 errungen hat und sich ausserdem dadurch absetzt, 1991 zum Gewinner Europapokal der Landesmeister sowie Weltpokalsieger gekrönt worden zu sein.

 

Bildquelle: Free-Photos / pixabay.com 

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