Nahrungsergänzungsmittel: Sinnvolle Unterstützung oder teure Placebos? Welche Produkte bringen wirklich etwas?
Nahrungsergänzungsmittel sind zugegebenermassen ein viel diskutiertes Thema, und obwohl man der Branche attestieren muss, häufig Produkte auf den Markt zu bringen, die ausser grossen Werbeversprechen nicht viel bieten, scheint das Thema auch nach mehr als drei Jahrzehnten nicht abzureissen. Insbesondere bei jungen, sportlich aktiven Menschen sind Nahrungsergänzungsmittel beliebt. Viele Athleten greifen zu diesen Produkten, weil sie sich dadurch eine Leistungssteigerung oder allem voran einen beschleunigten Muskelaufbau erhoffen. Dass jedoch nur die allerwenigsten Nahrungsergänzungsmittel in diesem Bereich wirklich etwas bringen, wird den meisten Sportlern zumindest nach einigen Jahren und viel verschwendetem Geld bewusst. Dennoch muss auch festgehalten werden, dass trotz vieler sinnloser Produkte auf dem Markt, längst nicht alle Nahrungsergänzungsmittel nur Geldverschwendung sind. Es gibt gewisse Basics, die auch nach all den Jahren immer noch relevant sind, sich zahlreich verkaufen und die sogar auf Basis wissenschaftlicher Daten und Studien ihre Daseinsberechtigung haben. Doch welche Nahrungsergänzungsmittel sind das?
Diese Nahrungsergänzungsmittel bringen wirklich was
Zu den Nahrungsergänzungsmitteln, die tatsächlich ihren Zweck erfüllen und somit auch eine nachweisbare Wirkung haben, gehören allen voran Protein-Supplements, Kreatin und gegebenenfalls Vitamine und Mineralstoffe. Protein-Supplements, wie zum Beispiel ein klassisches Whey- oder Mehrkomponentenprotein, wirken insofern, als dass sie den täglichen Eiweisskonsum nach oben treiben und dafür sorgen, dass unsere Gesamtproteinzufuhr über den gesamten Tag höher ist. Das ist in der Regel im Bereich von Kraft- und Ausdauersport sinnvoll, da Protein unter anderem für den Muskelaufbau benötigt wird und um verschiedene Reparaturprozesse anzutreiben. Wie man allerdings dieses Eiweiss seinem Körper zuführt, spielt in erster Linie allerdings eine eher untergeordnete Rolle. Streng genommen macht es also keinen Unterschied, vorausgesetzt, es handelt sich um eine hochwertige Proteinquelle, woher das Protein stammt. Wer ausreichend Quark, Fleisch und Hülsenfrüchte zu sich nimmt, kann durchaus auf Proteinshakes verzichten. Wer allerdings seine tägliche anvisierte Proteinmenge nur selten erreicht und dadurch tendenziell zu wenig Eiweiss zu sich nimmt, der profitiert von einem Proteinpulver und sorgt dafür, dass dem Körper eben genug Eiweiss zur Verfügung gestellt wird, um unter anderem auch den Muskelaufbau voranzutreiben.
Kreatin-Monohydrat
Kreatin, ein Supplement, welches wir ebenfalls aufgegriffen haben, gehört wohl zu den Produkten auf dem Markt, die so gründlich studiert und untersucht wurden wie kaum ein anderes Produkt. Ohne zu tief auf die Wirkungsweise und Funktion von Kreatin in unserem Körper einzugehen, funktioniert Kreatin tatsächlich und stösst in unserem Körper einige Prozesse an, die unter anderem dazu führen, dass unser ATP-Spiegel erhöht wird, was in letzter Instanz eine gewisse Kraftsteigerung bei kurzen und sehr intensiven Anstrengungen mit sich bringen kann. Zwar baut Kreatin dadurch selbst keine Muskeln auf, allerdings kann es indirekt zu einem verbesserten Muskelwachstum führen, da man als Athlet etwas schwerer und intensiver trainieren kann.
Vitamin- und Mineralstoffe
An vorerst letzter Stelle gilt es noch die bereits erwähnten Vitamin- und Mineralstoffe aufzugreifen, die ebenfalls ihre Daseinsberechtigung haben. Allerdings müssen Vitamin- und Mineralstoffe viel mehr als Nahrungsergänzungsmittel im Sinne der allgemeinen Gesundheitsförderung betrachtet werden und weniger als potenziell leistungssteigernde Mittel für den Kraft- und Ausdauersport. Einen direkten Einfluss auf den Muskelaufbau haben die meisten Vitamin- und Mineralstoffe demnach nicht. Allerdings sind bestimmte Mineralstoffe aktiv an verschiedenen Prozessen im Körper beteiligt, die indirekt eine Rolle beim Aufbau von Muskeln spielen können, wie zum Beispiel Zink oder Magnesium. Generell gilt im Bereich von Vitamin- und Mineralstoffen, dass man hier nicht blind drauflos kaufen sollte, um irgendwelche Produkte einzunehmen, sondern vielmehr das Ganze im Vorfeld mit seinem Hausarzt abklären sollte. Dort lässt man idealerweise ein Blutbild machen, um anschliessend sehen zu können, an welchen Vitaminen oder Mineralstoffen es möglicherweise im Körper mangelt. Lässt sich allerdings kein Mangel feststellen, so ist man gut versorgt und kann sich auch das Geld für Vitamin- und Mineralstoff-Supplements sparen. Dennoch können Vitamin- und Mineralstoff-Nahrungsergänzungsmittel eben bei einem nachweisbaren Mangel helfen und haben daher auch ihre Daseinsberechtigung.
Fazit
Obwohl bestimmte Nahrungsergänzungsmittel in jedem Fall ihre Daseinsberechtigung haben, sei es im Kraftsport oder auch im Bereich der allgemeinen Gesundheitsförderung, gibt es dennoch deutlich mehr Produkte auf dem Markt, die keine nachweisbare Wirkung zeigen. Glücklicherweise sind die ausgewählten Produkte, die tatsächlich etwas bringen, meist gar nicht allzu teuer, zumindest wenn man sie mit den immer wieder neu auftauchenden Exoten im Bereich der Nahrungsergänzungsmittel-Branche vergleicht. Wir hoffen, dass dir unser Artikel weitergeholfen hat und du bei deinem nächsten Besuch im Bodyshop weisst, worauf du besser verzichten solltest, um dein hart erarbeitetes Geld nicht aus dem Fenster zu werfen.
Bildquelle: Kristīne Kozaka / unsplash.com








