Harmonie in der Familie: Wie man es schafft, Politik und Familie voneinander zu trennen

In der DACH-Region – oder man könnte fast sagen, weltweit – wird die politische Situation zunehmend angespannter. Insbesondere in den westlichen Breitengraden scheint es innergesellschaftlich immer mehr Spannungen zu geben, und die Zeiten, in denen nahezu alle politischen Lager einigermassen moderat aufgestellt waren, scheinen vorbei zu sein. Vielmehr herrscht zunehmend Feindschaft untereinander, und sobald man sich einem Team zuordnet, zum Beispiel einer Partei oder politischen Ausrichtung, möchte die andere Seite schnell nichts mehr mit einem zu tun haben. Das zermürbt auf Dauer die Psyche von sehr vielen Männern, da egal, wie konfrontativ wir sind, wir uns zumindest unterbewusst alle nach Harmonie und Akzeptanz der Gruppe sehnen. Das gilt umso mehr, wenn es um die eigene Familie und um wichtige Freundschaften geht.

Doch die soeben angesprochene politische und innergesellschaftliche Spaltung macht längst keinen Halt mehr vor Familie und Freundschaften, und spätestens, wenn man beim gemeinsamen Abendessen jeden zweiten Abend wieder einen Streit wegen übergeordneter politischer Themen hat, ist es an der Zeit, sich Gedanken darüber zu machen, wie man politische und private Themen voneinander trennen kann. Leicht ist das nicht, doch wir möchten dir heute ein paar Tipps mit auf den Weg geben, wie du das für dich besser handhaben kannst.

 

Tipp 1: Du musst nicht alles aussprechen, was du denkst

 

Wer politische von privaten Themen trennen möchte, um nicht ständig hitzige Diskussionen mit nahestehenden Personen führen zu müssen, muss auf kurz oder lang damit beginnen, nicht alles auszusprechen, was er über bestimmte Themen denkt. Es lässt sich in der Praxis kaum vermeiden, dass zumindest indirekt politische Themen in Gesprächen angerissen werden. Doch bevor man damit beginnt, direkt Konter zu geben, besteht die Möglichkeit, sich einfach seinen Teil zu denken. Das mag im ersten Moment etwas merkwürdig klingen, da es ja eigentlich gut ist, zu sagen, was man denkt, um damit ehrlich und authentisch zu bleiben.

Allerdings sollte man nicht den Fehler machen und „nichts sagen“, zum Beispiel bei einem gemeinsamen Abendessen, mit „zustimmen“ zu verwechseln. Viele haben unterbewusst das Gefühl, und das kann auch auf einen Mangel an Selbstbewusstsein zurückzuführen sein, dass wenn man nichts sagt, man automatisch zustimmt. Das trifft allerdings alles andere als zu. Nicht umsonst gibt es die Phrase: „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“. Denk dir deinen Teil, forme vielleicht sogar Argumente in deinem Kopf, doch behalte sie zumindest in Momenten des harmonischen Beisammenseins für dich.

 

Tipp 2: Mehr Verständnis für die Perspektive des anderen zeigen

 

Egal, wie fest du deinen eigenen politischen oder gesellschaftlichen Standpunkt vertrittst: Wenn du nur mal ein paar Jahre zurückgehst und über dich und deine Weltanschauung nachdenkst, wirst du vermutlich feststellen, dass du viele dieser Ansichten so heute nicht mehr teilst. Das bedeutet also: Menschen entwickeln sich weiter, Perspektiven ändern sich, und nur weil eine Person heute in einer bestimmten Art und Weise denkt, heisst das nicht, dass dadurch ihre Ansichten für immer in Stein gemeisselt sind. Das solltest du dir stets bewusst machen, wenn du Menschen vor dir hast – insbesondere Freunde und Familie –, die einen ganz anderen Standpunkt als du vertreten oder sogar Sichtweisen haben, die du verwerflich findest.

Versuche, auch innerlich und damit auf gedanklicher Ebene, den anderen in seiner Perspektive zu verstehen. Hilfreich kann dabei das Bewusstsein sein, dass sich die Sichtweise eines anderen nie durch Vorwürfe, Wut oder Verurteilung verändern lässt. Wer sein Gegenüber von der scheinbar besseren Sache überzeugen will, muss mit Geduld und Verständnis vorgehen.

 

Tipp 3: Wichtige Themen ausdiskutieren, doch mit klaren Regeln und Grenzen

 

Während sich unsere ersten beiden Tipps vorzugsweise mit Verständnis und einem Perspektivwechsel auf der eigenen, mentalen Ebene beschäftigt haben, bezieht sich der dritte Tipp tatsächlich auf die Konfrontation und damit das Ausdiskutieren von bestimmten wichtigen Themen. Manche Angelegenheiten, auch politischer Natur, lassen sich im Zwischenmenschlichen nicht für immer ignorieren, da das nur zu mehr und mehr aufgestauter Wut führen würde – und diese platzt irgendwann aus einem heraus. Um diesen unausweichlichen Knall zu vermeiden, müssen bestimmte Themen gelegentlich ausdiskutiert werden.

Das sollte allerdings gezielt stattfinden, in Gesprächen, die man diesen Themen widmet – und nicht ständig und zu jeder Zeit. Es sollte hinsichtlich wichtiger Themen zumindest gelegentlich alles klar und direkt ausgesprochen werden. Auch wenn man am Ende eines solchen Gesprächs keine Übereinstimmung erreicht und weiterhin grundsätzlich verschiedene Sichtweisen hat, kann man das zumindest akzeptieren und sich darauf einigen, dass man hier eben auf keinen gemeinsamen Nenner kommt. Das ist okay so und auch völlig normal. Menschen sind verschieden, und es wird immer Themen geben, bei denen man nicht einer Meinung ist.

 

Fazit

 

Politik, Familie und Freundschaften können eine giftige Mischung sein, insbesondere in Zeiten, in denen die gesellschaftliche Spaltung immer weiter voranschreitet. Dennoch kann man – wenn man es bewusst und mit Feingefühl angeht – diese Themen bis zu einem gewissen Grad voneinander trennen oder zumindest dafür sorgen, dass man nicht jeden Abend wieder dieselben Diskussionen führt. Ein paar Tipps haben wir dir diesbezüglich mit auf den Weg gegeben, und wir hoffen, dass du den einen oder anderen Tipp für dich umsetzen kannst. Grundsätzlich gilt: Kein politisches oder innergesellschaftliches Thema ist es wert, dass daran Freundschaften oder sogar Familien zerbrechen.

 

Bildquelle: Roberto Nickson / unsplash.com

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