Wenn man sein Regal selber bauen muss

Die Mieten sind teuer in der Schweiz, und viele Leute können sich nur kleine Wohnungen leisten mit kleinen Zimmern, die zum Teil auch mal eine schräge Wand haben können. Da kann es passieren, dass einfach kein Regal "von der Stange" bei Ikea oder WLW zu finden ist, das unseren Vorstellungen der Raumaufteilung genügt. Anstatt die Zeit mit ewiger Suche zu verschwenden, besinnen wir uns auf die gute alte Parole: Selbst ist der Mann.

 

Das Regal selbst bauen

 

Das kann durchaus die richtige Entscheidung sein, denn bei der Wahl des Holzes und des Farbtons können wir eine individuelle Abstimmung mit den anderen vorhandenen Möbeln, dem Laminat auf dem Boden oder den Panelen an der Decke treffen. Wir empfehlen zur leichteren Verarbeitung dennoch ein eher weiches Holz auszuwählen (Birke, Kiefer, Fichte), weil allein das Durchbohren eines Hartholzes wie Buche zur Herausforderung werden kann. Falls das Weichholz dann zum Beispiel zu hell ist, besteht immer die Möglichkeit, es im Vorfeld beliebig zu beizen. 

 

Eine mögliche Anleitung

 

Als sehr praktisch hat sich der Kauf von bereits gehobelten Kanthölzern erwiesen, zum Beispiel quadratisch 80 x 80 mm. Nach dem Beizen (ggf. zweimal), das mit einer Wasserfarbe verglichen werden kann, sieht das Holz etwas stumpf aus. Es ist daher eine Überlegung wert, ob man danach noch eine transparente Lackierung (seidenmatt oder glänzend) aufbringt. Dadurch können Staub, Fett oder andere Verschmutzungen nicht so leicht ins Holz eindringen, und eine Reinigung mit feuchtem Lappen gelingt stets recht einfach. 

 

Je nach Wandlänge werden dann 2 bis 8 solcher Kanthölzer vertikal an die Wand gedübelt, ihr Abstand sollte ungefähr 60 cm betragen. Für eine vier Meter lange Wand sollten also sieben solcher Holme im Abstand von ca. 66 cm vorgesehen werden. Ihre Länge, die dann die Höhe des Regals bestimmt, hängt natürlich von der Raumhöhe und von Ihrer Entscheidung ab, wie hoch das Regal schliesslich an der Wand aufragen soll. 

 

Bevor aber die Kanthölzer an die Wand gedübelt werden, macht man sich einen Plan über die Anordnung der Regalbretter. Eine sehr stabile Verbindung der Bretter mit den Kanthölzern ergibt sich dann, wenn die Bretter an diesen Stellen einfach nur in vorgesehene Einkerbungen geschoben werden können. Diese sind einfach herzustellen: 

 

Man nehme einen Winkel und zeichne mit Bleistift einen senkrechten Strich auf das Kantholz. Parallel dazu einen zweiten Strich in dem Abstand, der der Brettstärke entspricht. Wohlgemerkt, es liegt Ihnen jetzt ein genauer Plan vor, wo am Ende die Regalbretter eingeschoben werden sollen. Die Kanthölzer können nun an diesen Strichen bis fast zur Hälfte mit einer feinen Gehrungssäge eingesägt werden. Danach setzen wir seitlich einen scharfen Holzbeitel an und schlagen das Klötzchen aus dem Kantholz heraus. Das geht besser, als die meisten vermuten, insbesondere dann, wenn wir ein weiches Holz verwenden. Der Ausschnitt kann dann noch mit einer feinen Holzraspel nachgearbeitet werden.

 

Die Wahl der Bretter

 

Wer sich starke abgelagerte Bretter aus Massivholz nicht leisten kann, muss jetzt vor der billigen Spanplatte nicht zurückschrecken. Auch wenn das viel wiegt, empfehlen wir eine Stärke von mindestens 20 mm, damit sich die Bretter bei Belastung nicht so schnell durchbiegen. Der Handel bietet Spanplatten mit vielen verschiedenen Beschichtungen an, sodass in den meisten Fällen der passende Ton und die gewünschte Oberflächenbeschaffenheit zu finden sind.

 

Seitliche Fixierung

 

Bisher sind wir nur auf die Halterung der Regalbretter in den Einschlitzungen der vertikalen Kanthölzer eingegangen. Das reicht natürlich nicht aus, die Bretter stabil in der Horizontalen zu halten. Wenn es sich um eine relativ kurze Regalwand handelt, können bereits zwei stabile Leisten, die in ihrer Länge in etwa der Brettbreite entsprechen, je eine pro Seitenwand, dafür ausreichen. Diese Leisten werden an die Seitenwände des Raumes horizontal angedübelt, und zwar mit ihrer Oberkante genau in Höhe der Unterkante der zugehörigen Aussparungen in den Vertikalholmen. 

 

Wenn die Regalwand breiter ist, reicht das so nicht mehr aus. Zwar werden die Bretter durch die Kerben in den Vertikalholmen fixiert, das gilt aber nur in Wandnähe. Wenn die Regalbretter recht tief reichend sind und vorne belastet werden, können sie sich mit der Zeit im vorderen Bereich etwas durchbiegen, was sehr hässlich ist. In diesem Fall müssen zusätzlich ausreichend Metall- oder Holzwinkel beziehungsweise Diagonalverstrebungen unter den Brettern angebracht werden.

 

Bildquelle: RainerSturm / pixelio.de

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