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Warum Minimalismus Männer stärkt

Männer werden meist als minimalistisch eingestuft. Bei einem genaueren Blick zeigt sich aber schnell, dass nicht wenige…

Männer werden meist als minimalistisch eingestuft. Bei einem genaueren Blick zeigt sich aber schnell, dass nicht wenige Männer dazu tendieren, dem Konsumdruck zu erliegen. Es spricht zwar nichts gegen Vielfalt, aber den Fokus auf jene Dinge zu legen, die tatsächlich gebraucht werden, im Vergleich zu denen, die man lediglich haben will und dann vielleicht nie oder nur selten nutzt, hat viele positive Effekte.

Weniger Besitz schafft mentale Klarheit

Steve Jobs war bekannt dafür, dass er immer ein schwarzes Oberteil und eine Jeans trug. Ähnlich wenig abwechslungsreich sah auch die Garderobe von Mark Zuckerberg aus. Beide eint der Umstand, dass sie sich nicht den Kopf über die Kleiderwahl zerbrechen wollten, sondern sich lieber auf die wichtigen Dinge im Leben, wie die Arbeit, konzentrierten.

Auch Männer kennen das Problem, dass sie vor dem Schrank stehen und das Gefühl haben, sie hätten nichts Passendes anzuziehen, obwohl viel Kleidung vorhanden ist. Zwar muss sich nicht jeder gleich auf ein schwarzes Shirt und Jeans beschränken, aber es hilft, den Stress zu reduzieren, wenn für verschiedene Anlässe passende Outfits im Schrank hängen, nach denen einfach gegriffen werden kann.

Weniger Kleidung beziehungsweise der Fokus auf das, was wirklich gebraucht wird, ist jedoch nur ein Faktor. Ein aufgeräumter Arbeitsplatz, an dem sich tatsächlich die Werkzeuge finden, die häufig benötigt werden, oder das Ausmisten von Geräten im Haushalt hilft dabei, mentale Ruhe zu finden.

Minimalismus fördert Selbstdisziplin und Kontrolle

Eine Entscheidung für den Minimalismus fördert die Selbstdisziplin. Das zeigt sich besonders bei neuen Anschaffungen. Anstatt einen Impulskauf zu tätigen, sollten Anschaffungen – selbst wenn es sich um Kleinigkeiten handelt – gut geplant werden. Zeigt sich ein Bedarf, muss dieser nicht immer sofort gedeckt werden.

Ein beliebter Trick, um Impulskäufe zu vermeiden, ist es, eine Anschaffung um einen Monat zurückzustellen. Diese Zeit sollte genutzt werden, um beispielsweise verschiedene Angebote zu vergleichen oder am Ende des Monats den Kauf sogar ganz zu verwerfen, wenn sich gezeigt hat, dass die Anschaffung nicht notwendig ist.

Mehr Fokus auf das Wesentliche im Leben

Minimalismus kann auch den Alltag erleichtern, wenn Verpflichtungen kritisch betrachtet werden. Gerade Männer werden hier oft in Rollen gedrängt, die sie nicht immer erfüllen müssen. Stattdessen sollte der Fokus auf echte Beziehungen gelegt werden. Anstatt eine Masse an oberflächlichen Freundschaften zu pflegen, sollten tiefgehende und nachhaltige Kontakte aufgebaut werden.

Das erleichtert es auch, sich auf persönliche Ziele zu fokussieren, oder schafft überhaupt erst den Raum, um sich Ziele zu setzen. Das erhöht die Motivation und fördert die Zufriedenheit.

Praktische Schritte zu einem minimalistischen Alltag

Der Einstieg in ein minimalistischeres Leben gelingt ganz einfach, indem man sich einen Lebensbereich sucht, der dringend ausgemistet werden sollte. Das kann der Kleiderschrank sein, das Zeug, das sich in der Garage oder im Hobbyraum angesammelt hat, oder es wird endlich einmal das alte Handy in der Schublade oder die nicht mehr genutzte Konsole weggegeben. Der Vorteil ist, dass dadurch nicht nur Platz geschaffen wird – einige nicht mehr genutzte Dinge lassen sich zudem wieder zu Geld machen.

Damit Minimalismus zu einem nachhaltigen Effekt führt, sollte man sich jedoch nicht auf kurzfristige Aktionen stürzen, sondern realistische Ziele setzen. Anstatt gleich einen ganzen Raum auszumisten, reicht es, mit einer Schublade oder einem Schrank zu starten.

Im Alltag und im Beruf kann man sich am Pareto-Prinzip, auch bekannt als 80/20-Prinzip, orientieren. Dabei werden jene 20 Prozent an Aktivitäten, Aufgaben oder Verpflichtungen identifiziert, die 80 Prozent der Ergebnisse liefern. Andere Aufgaben werden beispielsweise delegiert oder sogar ganz eliminiert. Dadurch lassen sich Effizienz und Produktivität deutlich steigern.

Wichtig ist, dass Minimalismus immer ein Prozess ist. Es werden sich beispielsweise im Beruf nicht immer alle Aufgaben delegieren lassen, die zur Steigerung der eigenen Produktivität beitragen würden. Dennoch ist es entscheidend, konstant daran zu arbeiten.

Bildquelle: Bench Accounting / unsplash.com