Hilfe gegen kreisrunden Haarausfall 

Kreisrunder Haarausfall ist eine Erkrankung, die Männer meist vor dem 20. Lebensjahr trifft. Anders als bei der Entstehung einer Glatze fallen die Haare schubweise kreisrund aus. Auch der Bart, die Wimpern und die Augenbrauen können verloren gehen. In etwa der Hälfte der Fälle verdichten sich die kahlen Stellen nach einigen Monaten von allein. Für die restlichen Betroffenen gibt es endlich Abhilfe. 

 

Nicht alle Methoden heilen 

 

Wer einen höheren Haarverlust als gewöhnlich bemerkt, greift normalerweise zu einem Nahrungsergänzungsmittel oder zu einem Haarwasser, das eine durchblutungsfördernde beziehungsweise eine hormonelle Wirkung verspricht. Doch anders als bei einem hormonell bedingten Haarausfall, der im Alter auftritt, handelt es sich beim kreisrunden Haarausfall um eine Störung der körpereigenen Abwehr. Das Immunsystem richtet sich gegen die Haarfollikel und ruft in ihnen Entzündungen hervor. Auch die hornbildenden Zellen sind betroffen, so dass einmal verloren gegangene Haare nur schwer wieder nachwachsen. Eine genetische Veranlagung, anderweitige Erkrankungen sowie psychische Belastungen können derartige Schübe begünstigen. Die Zufuhr von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen reicht zum Wiederaufbau der Haarpracht also ebenso wenig aus wie das Eingreifen in den hormonellen Haushalt. Ganzheitliche Ansätze müssen zum Tragen kommen. 

 

Immuntherapie kann helfen 

 

Zunächst sollte nach weiteren Autoimmunerkrankungen gesucht werden. Vom kreisrunden Haarausfall betroffene Männer leiden häufig beispielsweise auch an Asthma, Neurodermitis oder der Schilddrüsenerkrankung Hashimoto. Sind diese durch Medikamente gut eingestellt, mildert sich das Risiko für Schübe des kreisrunden Haarausfalls. Weiterhin können Kontaktallergene eingesetzt werden, die der Immunologe auf die Kopfhaut aufträgt. Sie reizen diese gewollt, so dass der Organismus damit beschäftigt ist, sich gegen das Kontaktallergen zu wenden und nicht auf die Haarfollikel. Die Erfolgsquote liegt bei immerhin über 50 Prozent. Leider ist die Behandlungsmethode nicht für jeden Betroffenen geeignet. 

 

Kortison hemmt Entzündungen 

 

Eine Behandlungsmethode, die den gegenteiligen Effekt hervorruft, ist die Unterspritzung der Kopfhaut mit Kortison beziehungsweise die Einnahme von Kortisontabletten. Dieser Wirkstoff bringt die Entzündung vergleichsweise schnell zum Abklingen, allerdings ist eine längerfristige orale Einnahme mit zahlreichen Nebenwirkungen verbunden. Werden gleich mehrere Autoimmunkrankheiten mit einem Kortisonpräparat behandelt, muss die Einnahme mit allen behandelnden Ärzten sorgfältig abgestimmt werden.

 

Was Betroffene selbst unternehmen können 

 

Kreisrunder Haarausfall ist ein optischer Makel, der sich auf die Psyche der Betroffenen negativ auswirkt. Dadurch geraten sie in einen Kreislauf, denn Stress kann die Krankheit verschlimmern. Dies wiederum verschlechtert die psychische Stabilität. Letztlich leiden einige Betroffene infolge des kreisrunden Haarausfalls sogar unter echten Depressionen. Wichtig ist daher, soziale Kontakte aufrechtzuerhalten. Sie lenken vom Krankheitsbild ab und stärken das Selbstwertgefühl. Wer das Gefühl hat, mit den Auswirkungen der Krankheit allein nicht fertig zu werden, sollte Hilfe in Anspruch nehmen oder sich einer Selbsthilfegruppe anschliessen. Allein das Wissen, dass man mit dem Problem nicht allein dasteht, lässt neuen Lebensmut aufkommen. Weiterhin kommt es darauf an, im Alltag einen gewissen Rhythmus beizubehalten. Aufregungen und Stress sollten weitestgehend vermieden werden. Das Erlernen einer Entspannungstechnik wie Yoga oder die progressive Muskelentspannung hat sich ebenfalls bewährt. Ausreichend Schlaf sowie eine ausgewogene Ernährung wirken sich positiv auf das Immunsystem aus, so dass dieses weitere Erkrankungen, die ebenfalls Auslöser für den kreisrunden Haarausfall sein können, besser abwehrt. Sport und der regelmässige Aufenthalt im Freien tun den Betroffenen ebenfalls gut, weil beide Aktivitäten die Psyche stärken und nebenbei das Immunsystem kräftigen. Wer sich wegen der kahlen Stellen auf dem Kopf unsicher fühlt, kann eine Kopfbedeckung tragen. Diese sollte aber aus einem luftdurchlässigen Material bestehen. Sonst entsteht auf der Haut ein Schweissfilm, der Entzündungen verschlimmert. 

 

Klinische Studien zu Biologika 

 

Aktuell führen verschiedene Institute zu kreisrundem Haarausfall Studien mit Biologika durch. Hierbei handelt es sich um Arzneimittel, die auf diejenigen Botenstoffe im Organismus einwirken, die Autoimmunerkrankungen hervorrufen. Allerdings wird es noch eine Zeit dauern, bis mit positiven Ergebnissen gerechnet werden kann.

 

Bildquelle: kalhh / pixabay.com 

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