Was kennzeichnet den modernen Mann? 

Die Rollenverteilung der Geschlechter war viele Jahre klar umrissen und so wusste in einer Partnerschaft und Familienstruktur jeder, welches seine Aufgaben und Pflichten waren. Durch die Emanzipationsbewegung sind diese Bilder jedoch durcheinander geraten und so ist es für viele Männer heutzutage schwer, ihren Platz zu finden. War es früher selbstverständlich, dass der Mann das Geld nach Hause brachte, ist es heute ganz normal, dass auch die Partnerin arbeiten geht und ihr eigenes Budget zur Verfügung hat. Doch auch handwerkliche Aufgaben im Haushalt sind immer mehr von den Frauen übernommen worden und so fehlt vielen Männern speziell im Kinder- und Jugendalter eine Identifikationsfigur und ein Vorbild.

Die Natur hat es so eingerichtet, dass Männer aufgrund ihrer Physiognomie mit mehr Muskelmasse ausgestattet sind und daher von jeher als das stärkere Geschlecht gelten. Und in der Tat ist die männliche Energie das gebende, das aktive und kraftvolle Element, während das Weibliche auf Empfangen und Passivität ausgerichtet ist. Dies zeigt sich bereits im Akt der Zeugung neuen Lebens. Der Mann gibt und die Frau empfängt. Und genau diese Energien sind aus dem Gleichgewicht geraten und machen es heute so vielen Paaren so schwer, einen gemeinsamen Weg zu finden, der auf gegenseitigem Respekt und dem nötigen Verständnis beruht.

Wenn man sich in den Medien so umschaut, scheint der moderne Mann nun viele Attribute zu übernehmen, die ehemals den Frauen vorbehalten waren. Männer werden weicher und femininer und dies wird gefördert. Doch ist das wirklich der Weg zu einem besseren Miteinander? Oder wird dadurch nicht die Angleichung noch mehr gefördert? Die Anziehung zwischen zwei Menschen beruht meist in der Andersartigkeit und den Gegensätzen, die es so faszinierend machen und die den Reiz und die Erotik fördern. Gleichen sich die Geschlechter jedoch noch weiter an, fehlt diese Variabilität irgendwann komplett und die erotische Anziehung sinkt auf null.

Der moderne Mann muss also keineswegs beginnen, sich wie eine Frau zu kleiden, nur noch sanft zu sprechen oder seine Männlichkeit zu verleugnen. Er darf sie leben, mit allen Facetten, die dazugehören. Doch sollte er dabei auch respektvoll sein, sich als Gentleman zeigen und die Frau, die er liebt und erobern möchte, auf Händen tragen. Ohne ihr dabei das Gefühl zu geben, ein unselbstständiges Dummchen zu sein. Denn Frauen möchten ebenso ihre Weiblichkeit leben, ohne mit machohaften Sprüchen belästigt zu werden, oder sich rechtfertigen zu müssen, warum sie sich so verhalten, kleiden oder agieren, wie sie es tun. Denn wenn die Männer wieder beginnen sich auf ihre männliche Energie zu besinnen und dies voller Liebe und Respekt leben, werden Frauen wieder in ihre Weiblichkeit finden, ohne ihre Eigenständigkeit zu verlieren. 

Auch wenn Frauen heutzutage fast alles alleine zu können scheinen, wünschen sich viele dennoch einen Partner an ihrer Seite, der sie auffängt, wo sie sich fallen lassen können und der ihnen eine Stütze in schweren Zeiten ist. Eben einen Mann an ihrer Seite, die sie liebt und beschützt, ohne ihnen dabei das Gefühl zu geben dies zu benötigen. 

Wenn beide Geschlechter es schaffen, sich wieder auf die ureigene Energie zu besinnen, ohne dabei in veraltete Rollenbilder zurückzufallen, werden Beziehungen endlich auf der bedingungslosen Liebe beruhen, die sie im Ursprung ausmachen. Denn im Grunde sucht doch jeder nach dem Partner, bei dem er so echt und authentisch sein kann, wie er eben ist. Mit allen Schwächen und Eigenheiten akzeptiert und geliebt zu werden.

 

Bildquelle: Ivana Cajina / unsplash.com

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