Gitarre lernen in Eigenregie – geht das?
Ganz egal, ob jung oder alt, es gibt viele Männer, die sich insgeheim wünschen, ein Instrument spielen zu können. Statistisch gesehen sind es wohl allen voran das Schlagzeug und die Gitarre, die die grösste Anziehungskraft auf Männer haben. Das kommt auch nicht von ungefähr, denn sowohl das Schlagzeug als auch die Gitarre, sind elementare Bestandteile einer jeden Musik- beziehungsweise Rockband und es gibt nicht wenige von uns, die genau mit dieser Art von Musik aufgewachsen sind. Leider wagt aber nicht jeder den Schritt, sich irgendwann selbst einem Instrument anzunehmen. Je älter man wird, desto schwieriger wird es für die meisten von uns, das Ganze dann doch noch mal anzupacken. Doch vorab sei so viel gesagt; zu spät, um ein Musikinstrument zu lernen, ist es nie, und wir wollen euch heute in diesem Beitrag verraten, wie ihr auch ganz ohne fremde Hilfe Gitarre lernen könnt.
Wer Gitarre lernen will, der benötigt eine Gitarre: Warum gute Gitarren für Anfänger nicht teuer sein müssen
Wenngleich sich die Überschrift an dieser Stelle fast schon wie ein Flachwitz liest, greift unsere Wortwahl an dieser Stelle einen sehr wichtigen Punkt auf, und zwar den Anschaffungspreis einer Gitarre, der für viele eine zusätzliche Hürde darstellt. Allerdings können wir euch versprechen, dass sowohl gute Akustik- als auch E-Gitarren, alles andere als teuer sein müssen. Es gibt anfängertaugliche Gitarren bereits für unter 150 Schweizer Franken und diese lassen sich in der Regel auch dann noch gut spielen, wenn ihr schon fortgeschrittener seid. Da wir uns jedoch im Rahmen dieses Artikels vielmehr mit Methoden und Techniken beschäftigen wollen, wie ihr ohne fremde Hilfe Gitarre lernen könnt, möchten wir an dieser Stelle nicht zu viel Zeit mit der Frage nach der besten Anfängergitarre verbringen. Tatsächlich empfehlen wir jedem an dieser Stelle, sich dafür einfach in einem Musikfachgeschäft beraten zu lassen. Das kann sowohl in einem Onlineshop als auch in einem Musikshop vor Ort geschehen. Selbst bei einem kleinen Budget werdet ihr dort ganz sicher etwas finden.
Die zwei Schlüssel zum Erfolg heissen Tabulaturen und Spass
Beginnen wir mit dem letzten Schlüssel zuerst, da dieser tatsächlich auch der wichtigste Aspekt ist, wenn es darum geht, ein Instrument in Eigenregie zu erlernen. Gitarren spielen sollte Spass machen und das bestenfalls schon zu Beginn. Woran es bei den meisten scheitert, ist nicht unbedingt an einem Mangel an Ehrgeiz oder Disziplin, sondern vielmehr aufgrund der falschen Herangehensweise. Schuld daran sind häufig alte Konventionen und Denkmuster, die einem vorgeben, man müsse ein Instrument immer im Zusammenspiel mit todlangweiligen Akkordbüchern und Gitarrenstunden bei einem überteuerten Musiklehrer lernen.
Damit man uns an dieser Stelle nicht falsch versteht; beide Dinge, sprich sowohl Akkordbücher als auch Musiklehrer, sind wertvolle Dinge, wenn es darum geht, ein Instrument spielen zu lernen. Leider ist es aber gar nicht mal so leicht, einen wirklich guten Gitarrenlehrer zu finden, der selbst Spass an der Sache hat und auch in der Lage dazu ist, euch die Dinge beizubringen, die euch etwas zurückgeben. Das funktioniert nur, wenn ihr bereits zu Beginn das auf der Gitarre lernt, was ihr selbst auch an Musik hört. Klar, das gelingt nicht von Anfang an, allerdings reichen hier meist schon kleine Erfolge aus, um eine positive Dynamik zu entfalten. Schafft ihr es nach einiger Zeit des Übens, vielleicht ein bis zwei Teile der Strophe von einem eurer Lieblingssongs plötzlich selbst auf der Gitarre zu spielen, wird euch das so viel Freude bereiten, dass ihr automatisch am Ball bliebt.
Demzufolge lautet die erste Regel, dass ihr immer nur das auf der Gitarre lernen solltet, was euch aus musikalischer Perspektive tatsächlich zusagt und gefällt. Das können einfache Pop- oder Rocksongs sein, die ihr schon immer gehört habt. Allerdings stellt sich dann natürlich weiterhin die Frage, wie das Ganze funktionieren soll, wenn kein Gitarrenlehrer vorhanden ist und man offensichtlich keinen blassen Schimmer hat, wo man überhaupt anfangen soll.
Gitarre stimmen, Saiten aufziehen, Tabs lesen lernen – für alles gibt es mittlerweile kostenlose Video-Tutorials
Genau an dieser Stelle kommen dann die bereits erwähnten Tabulaturen ins Spiel, im Fachjargon auch unter dem Kürzel „Tabs“ bekannt. Tabs ähneln in gewisser Weise Noten, funktionieren jedoch grundlegend anders und auch das Notenlesen muss dafür nicht erlernt werden. Tabs sind eine rein auf Zahlen basierende Anleitung, welche Saiten man in welchem Bund und in welcher Reihenfolge auf der Gitarre abgreifen muss, um einen Song zu spielen. Wie genau man Tabs liest und versteht, kann innerhalb von fünf Minuten durch eines von vielen Videos auf YouTube erlernt werden, und das vollkommen kostenlos.
YouTube und andere Videoplattformen können ohnehin ein grosser Helfer für euch in diesem Kontext sein. Denn dort könnt ihr unter anderem auch lernen, wie genau ihr eure Gitarre stimmt oder neue Saiten auf dem Instrument aufzieht. All diese Dinge sind kein Hexenwerk und durchaus erlernbar, auch ohne einen Gitarrenlehrer oder teure Musikbücher. Nur das Instrument, sprich die Gitarre und im Falle einer E-Gitarre, natürlich auch noch einen E-Gitarren-Verstärker, müsst ihr euch zu Beginn kaufen. Tatsächlich haben viele bekannte Musiker und Gitarristen das Gitarrenspiel vollkommen eigenständig erlernt und das zu einer Zeit, in der weder YouTube mit seinen zahlreichen Gitarren-Song-Tutorials existierte noch diverse Internetportale mit Millionen von kostenlosen Tabs. Genau das sollte euch Mut machen und wir hoffen, dass ihr es einfach mal ausprobiert, solltet ihr schon immer den Traum gehabt haben, endlich Gitarre spielen zu können. Es funktioniert, ihr müsst es nur wagen.
Bildquelle: Jacek Dylag / unsplash.com








