Impostor-Syndrom – wie Selbstzweifel der Karriere im Weg stehen
Eine überwältigende Mehrheit an Männern kennt das Gefühl von Selbstzweifeln in Bezug auf die eigenen akademischen oder beruflichen Fähigkeiten. Nicht allen Männern gelingt es, dieses Gefühl abzuschütteln und die eigene Leistung aus einer objektiven Perspektive zu betrachten. Verwandeln sich diese Zweifel in eine konstante Begleiterscheinung des Berufsalltags, besteht die Option, dass die betroffenen Männer unter dem Impostor-Syndrom leiden. Welche Auswirkungen dieses Syndrom mit sich bringt, geht aus dem folgenden Blog hervor.
Was ist das Impostor-Syndrom?
Das Impostor-Syndrom ist in deutschsprachigen Ländern ebenfalls unter Begriffen wie Hochstapler-Syndrom oder Betrüger-Phänomen bekannt. Hierbei handelt es sich um ein Syndrom, welches in der Psyche der Betroffenen verankert ist. Männer, ebenso wie Frauen, die mit diesem Phänomen zu kämpfen haben, schätzen die eigenen Fähigkeiten als nicht passend für das jeweilige Umfeld ein. Ein typisches Beispiel entfällt darauf, sich den Anforderungen des Jobs nicht gewachsen zu fühlen. Hinzukommt bei einem Grossteil der Betroffenen die Angst, von Kollegen oder Vorgesetzten entlarvt zu werden.
In wissenschaftlichen Kreisen ist der Name Impostor-Syndrom seit Ende der 70er Jahre ein Begriff. Zu diesem Zeitpunkt erschienen die ersten Publikationen von Wissenschaftlern, die das Gefühl der beruflichen Inkompetenz mit der eigenen Psyche und weniger stark den unmittelbar vorhandenen Fähigkeiten einer Person in Verbindung brachten. Heute ist der Name und die sich daraus ergebende Problematik so gut wie allen Psychologen ein Begriff. Männer, die sich mit therapeutischer Hilfe von unbegründeten Selbstzweifeln lösen möchten, treffen insofern auf eine umfangreiche Anzahl an geschulten Ansprechpartnern.
Diese Anzeichen deuten auf das Hochstapler-Syndrom hin
Selbstzweifel sind eines der primären Anzeichen, die mit dem Impostor-Syndrom in Verbindung stehen. Aus dieser Befangenheit heraus neigen die Betroffenen häufig zu drei typischen Verhaltensweisen. Diese bestehen aus:
Überkompensation
Dieses Verhalten zeichnet sich durch einen übertriebenen Perfektionismus aus. Die Betroffenen versuchen ständig, ein Höchstmass an Leistung zur Schau zu stellen, um einen Gegenbeweis für die stets vorhandenen Selbstzweifel in der Hand zu halten.
Geringes Selbstbewusstsein
Diese Personen versuchen, sich im Arbeitsumfeld möglichst unsichtbar zu präsentieren. Obwohl der Wunsch vorhanden ist, neue berufliche Herausforderungen zu wagen, bleibt die Umsetzung dieser Zielsetzung oft nur ein Tagtraum.
Fehlerhafte Wahrnehmung
Die Wahrnehmung verlässt in diesem Verhalten die Realität und überlässt den Selbstzweifeln das Ruder. Dies führt unter anderem dazu, dass Kommentare von Kollegen oder Vorgesetzten oftmals missinterpretiert werden und zu Missverständnissen oder Konflikten führen.
Diese Tipps helfen, gegen die Versagensangst anzukämpfen
Vergleichbar mit anderen Syndromen, die auf die Psyche abzielen, gibt es Methoden, über das Hochstapler-Syndrom hinauszuwachsen. Zwei Tipps, die in der Praxis mit hohen Erfolgsaussichten verbunden sind, sehen wie folgt aus:
1. Die erzielten Erfolge nicht in den Schatten stellen
Ein Schulabschluss, ein bestandenes Studium oder ein unter Zeitdruck umgesetztes Projekt. Im eigenen Werdegang finden sich zahlreiche Etappen, die von Erfolgen geprägt sind. Es gehört jedoch zur Natur von Männern, die unter dem Impostor-Syndrom leiden, genau diese Erfolge aus den eigenen Gedankengängen auszuklammern.
Für den Erhalt einer neuen Sichtweise ist es unerlässlich, sich dieser Erfolge und den erzielten Leistungen bewusst zu sein. Reicht ein einzelner Gedanke daran nicht aus, ist es hilfreich, sich diese Momente optisch zu vergegenwärtigen. Das gelingt unter anderem durch das Schreiben von Tagebucheinträgen oder Aufhängen von Diplomen im Büro oder der Wohnung.
2. Ausgleichsmomente in den Tag integrieren
Es ist nicht unüblich, im Laufe des Lebens mit dem Hochstapler-Syndrom ebenfalls an einem Burn-out zu leiden. Der hohe Stresslevel führt dazu, dass der Körper die Notbremse zieht und die Betroffenen auf medizinische und psychologische Betreuung angewiesen sind. Deswegen raten Experten dazu, sich möglichst früh Ausgleichsmomente im Tagesablauf zu schaffen. Darin eingeschlossen ist Sport ebenso wie Spaziergänge oder Haustiere, die für Ablenkung sorgen.
Ein weiterer Faktor, der eine Verbesserung herbeiführt, sind Gespräche. Dazu gehört es, sich Freunden anzuvertrauen oder einen Therapeuten oder eine Selbsthilfegruppe zu besuchen. Die eigenen Gedanken offen auszusprechen, hilft etlichen betroffenen Männern, subjektive von objektiven Meinungen über die eigenen beruflichen Leistungen zu trennen.
Bildquelle: Jhon Jim / unsplash.com








