Mobile Klimaanlagen mit Abluftschlauch: günstige Klimalösung oder Geldverschwendung?

Die Sommer in Europa werden heisser, auch in der Schweiz. Während das für manche Menschen eine tolle Sache ist, da sie von Sommer, Sonne und Hitze gar nicht genug bekommen können, setzt die Hitze anderen stark zu. Dazu gehören allen voran ältere Menschen und Senioren, jedoch vereinzelt auch jüngere Menschen, die sich aufgrund eines Altbaus, in dem sie leben, kaum von der Hitze zurückziehen können. Nun ist es innerhalb Mitteleuropas so, dass nur die allerwenigsten Wohnungen und Häuser standardmässig über verbaute Klimaanlagen verfügen. Vielmehr sind es aufgrund unserer geografischen Lage insbesondere Heizsysteme, die standardmässig in Wohngebäuden verbaut werden. Ganz anders sieht das jedoch in wärmeren Regionen dieser Erde aus, wo es nahezu keine Wohnung gibt, die nicht über eine fest verbaute Klimaanlage verfügt. Doch auch hier, sprich in der DACH-Region, gibt es immer mehr Menschen, die nach und nach ihre Wohnungen mit einer Klimaanlage ausstatten. Dringenden Bedarf daran haben insbesondere Menschen, die etwa in einer Dachwohnung leben oder deren Häuser praktisch dauerhaft von der Sonne bestrahlt werden.

Nun gibt es bei der Frage, welche Klimaanlage sich für welche Wohnungen oder Häuser eignet, mehrere Ansätze. Wenn es allerdings schnell gehen muss und auch keine allzu tiefen Löcher in den Geldbeutel reissen soll, bieten sich allen voran mobile Klimaanlagen mit einem Abluftschlauch an, die seit mehreren Jahren hoch im Kurs stehen. Ob bei grossen Onlineshops, Discountern oder in Fachgeschäften – mobile Klimaanlagen werden speziell in den Sommermonaten überall angeboten. Wir möchten uns daher in diesem kurzen Ratgeber die kompakten Klimalösungen etwas genauer ansehen und dir verraten, was du von den Geräten erwarten kannst und worauf du beim Kauf achten solltest.

 

Wie funktionieren mobile Monoblock-Klimaanlagen?

 

Wirft man einen Blick auf fest verbaute Klimaanlagen, deren Zu- und Abluftschläuche direkt durch die Wand verlaufen, so handelt es sich dabei meist um Split-Klimaanlagen. Gemeint sind damit Systeme, die einerseits über ein Aussenteil verfügen, welches die warme Zimmerluft abgibt und frische Luft ansaugt, als auch über ein Innenteil, welches die nun gekühlte Luft ins Wohnungsinnere bläst. Systeme dieser Art funktionieren zuverlässig und sind mehr oder minder der Branchenstandard. Wer allerdings zur Miete wohnt oder nicht das Geld hat, einen entsprechenden Umbau für eine Split-Klimaanlage vorzunehmen, kann eben auf mobile Klimageräte ausweichen, die deutlich einfacher aufgebaut sind und sich überall in der Wohnung platzieren lassen.

Bei mobilen Klimaanlagen mit Abluftschlauch handelt es sich technisch gesehen um sogenannte Monoblock-Systeme. Das heisst, sie verfügen statt über zwei Teile – wie dies bei Split-Klimaanlagen der Fall ist – lediglich über eine Einheit. Diese kompakte Einheit verfügt im Wesentlichen über einen Kompressor im Inneren, einen Ventilator sowie einen Abluftschlauch, der die angesaugte warme Luft nach aussen abgibt. Dabei wird der Abluftschlauch in der Regel an offenen Fenstern montiert, die zuvor mit speziellen Vorrichtungen abgedichtet werden. Der Vorteil ist, dass die warme Luft gezielt nach draussen befördert wird, während das Klimagerät im Inneren kalte Luft nachkommen lässt und dadurch den Raum kühlt. Der Haken an Systemen dieser Art ist allerdings, dass die angesaugte Luft direkt aus dem Inneren des Zimmers stammt. Das ist im Vergleich zu Split-Klimaanlagen ineffizient und geht mit weiteren, teilweise jedoch zu verschmerzenden Problemen einher.

 

Unterdruck, Lautstärke und Leistung: Die Vor- und Nachteile in der Zusammenfassung

 

Dadurch, dass Monoblock-Klimaanlagen die Luft aus dem Inneren des Zimmers ansaugen, entsteht im Raum ein Unterdruck, der zwangsläufig durch nachziehende Luft kompensiert wird. Wäre das nicht der Fall, würde man streng genommen irgendwann ein Vakuum in dem jeweiligen Zimmer entstehen lassen. Die nachziehende Luft kommt hier meist aus den nicht klimatisierten, wärmeren Nachbarräumen oder dem Flur, und zieht anschliessend durch den Türschlitz oder andere Nischen wieder in den zu kühlenden Raum ein. Umgehen kann man dieses Problem entweder mit mobilen Klimaanlagen, die über zwei Schläuche verfügen – die allerdings heute nur noch sehr selten verkauft werden – oder indem man sich selbst weiterhilft und die besagten Monoblock-Klimageräte etwas umfunktioniert.

Je nach Modell hat man teilweise die Möglichkeit, um das Zuluftgitter der Klimaanlage eine Art Box zu befestigen, an der dann wiederum ein Schlauch montiert wird. Gelingt das und man dichtet die DIY-Konstruktion gut ab, kann man den Zuluftschlauch ebenfalls nach draussen verlagern und umgeht dann das Problem mit dem Unterdruck. Anleitungen dafür gibt es reichlich im Internet. Dadurch steigert sich die Effizienz von Monoblock-Klimaanlagen erheblich, und man kann so binnen weniger Stunden aufgeheizte Räume durchaus wieder auf eine erträgliche Temperatur herunterkühlen.

Beachten sollte man beim Kauf zudem die jeweilige Leistung der mobilen Klimaanlagen, die in der Regel in BTU angegeben wird. Wir empfehlen eine Mindestleistung von 9000 BTU, da alles darunter meist zu schwach ist, um Räume zwischen 20 und 30 m² zuverlässig zu klimatisieren. Ebenso sollte jedem potenziellen Käufer dieser Geräte bewusst sein, dass man mit einem gewissen Lärmpegel leben muss. Die Lautstärke von Monoblock-Klimaanlagen liegt je nach Modell zwischen 50 und 66 dB, was durchaus laut sein kann – insbesondere, wenn man versucht, bei eingeschalteter Klimaanlage zu schlafen.

 

Fazit

 

Obwohl es mehrere kleine „Haken“ und je nach Betrachtungsweise, auch Nachteile bei der Verwendung von mobilen Monoblock-Klimaanlagen gibt, funktionieren Geräte dieser Art dennoch. Effizienter, leiser und auch effektiver sind zweifelsohne fest verbaute Split-Klimaanlagen, die jedoch auch deutlich teurer in der Anschaffung sind und mit einem entsprechend hohen Installationsaufwand einhergehen. Wer zur Miete wohnt und ohnehin keine Leitungen durch die Wand verlegen darf oder schlicht nicht über die finanziellen Mittel für die Anschaffung einer Split-Klimaanlange verfügt, der kann von mobilen Monoblock-Klimaanlagen durchaus profitieren. Ausreichende Leistung und gute Isolation des betreffenden Zimmers vorausgesetzt, schafft man es so selbst mit diesen einfachen Klimalösungen binnen weniger Stunden, die Raumtemperatur auf ein erträgliches Niveau zu senken. 

 

Bildquelle: Dan LeFebvre / unsplash.com

Submit to DeliciousSubmit to DiggSubmit to FacebookSubmit to Google PlusSubmit to StumbleuponSubmit to TechnoratiSubmit to TwitterSubmit to LinkedIn

Weitere interessante Themen

 
Logo maennerseite ch