Süsse Glut: Desserts vom Grill 

Das Grillieren endet nicht mit dem letzten Stück Fleisch. Immer häufiger wandern auch Nachspeisen auf den Rost und sorgen für Überraschung am Ende des Menüs. Die süssen Aromen vom Feuer bieten neue Perspektiven für kreative Meister am Grill.

 

Desserts auf dem Rost: mehr als Spielerei

 

Grillierte Nachspeisen verbinden Hitze mit Raffinesse, Rauch mit Süsse und Einfachheit mit grossem Effekt. Früchte eignen sich hervorragend. Ihr natürlicher Zucker karamellisiert, wodurch das Aroma intensiver wird und sich die Konsistenz verändert. Eine halbierte Ananas, eine Banane in der Schale oder ein Pfirsich auf dem Rost entwickeln Geschmackstiefen, die der Backofen so nicht ermöglicht. Auch Schokolade, Teigwaren und Käse können einbezogen werden. Kleine Gusskuchen in feuerfesten Formen oder ein in Alufolie verpackter Brownie überraschen mit innerer Wärme und äusserer Kruste. Dazu passen Zutaten wie Mascarpone, Honig oder geröstete Nüsse. Erlaubt ist, was gefällt.

Manche Kombinationen entstehen aus dem Kontrast. Eine grillierte Brioche mit salziger Butter und Fruchtkompott liefert nicht nur Aromen, sondern auch Textur. Hierzulande beliebt ist der Einsatz regionaler Zutaten wie Zwetschgen, Äpfel oder Birnen, die mit Zimt oder Calvados verfeinert werden. Auch Grillkäse mit Beeren oder Lavendelhonig passt zur Idee einer süssen Glut. Und ein Extra Bonbon ist, dass sich die Desserts auf dem Grill gezielt inszenieren lassen. Mal stellen sie ein feuriges Finale dar und mal erweisen sie sich als genussvoller Zwischengang beim längeren Grillabend.

 

Technik und Temperatur: das richtige Timing

 

Die Zubereitung erfordert Fingerspitzengefühl. Während Fleisch gerne hohe Temperaturen verträgt, brauchen süsse Speisen oft eine moderate, indirekte Hitze. Perfekt sind 160 bis 200 Grad Celsius. Wichtig ist auch, dass die Holzkohle nicht mehr lodert. Eine ruhige Glut hingegen sorgt für gleichmässige Ergebnisse. 

Natürlich darf der Aspekt Sauberkeit nicht zu kurz kommen. Ein geölter Grillrost verhindert ein unschönes Anhaften. Optional für flüssige Zutaten sind gusseiserne Platten oder Aluschalen. Sogar feuerfeste Keramikformen oder kleine Pfännchen aus Guss kommen bei experimentierfreudigen Grillmeistern zum Einsatz. Besonders spannend wird es, wenn auf dem Rost mehrere Komponenten gleichzeitig garen: ein Obstspiess auf der einen Seite, ein kleiner Kuchen auf der anderen. Dazu gibt es ein Stück Schokolade, das in einer Keramikschale langsam schmilzt.

Übrigens: Zeit ist beim süssen Grillieren ein sensibler Faktor. Ein zu langes Garen lässt Früchte zerfallen oder trocknet den Teig aus. Auch Zucker verbrennt schnell und wird bitter. Sobald sich goldene Ränder zeigen oder die ersten Aromen in die Luft steigen, heisst es: Aufmerksamkeit statt Ablenkung.

 

Aromen komponieren: Spiel mit Texturen und Geschmack

 

Ein gegrillter Pfirsich mit Joghurt und Minze, Feigen mit Ziegenfrischkäse und Honig oder ein Stück Wassermelone mit Limettensaft und Chili zeigen die ganze Bandbreite möglicher Kombinationen. Kontraste machen dabei den Reiz aus. Süsse trifft auf Säure, Wärme auf Kühle, Frucht auf Würze. Gerade für Geniesser, die kräftige Geschmacksbilder mögen, ergeben sich spannende Möglichkeiten. Inspiration gefällig? Wie wäre es mit dunkler Schokolade mit Espresso, Aprikosen mit Rosmarin oder gerösteten Kakaobohnen über Banane? Sie bringen herbe Noten ins Spiel. Auch ein Hauch Salz über einem karamellisierten Apfel kann ein Dessert veredeln.

Der Grill ersetzt dabei nicht die Küche, sondern erweitert sie. Neue Ideen entstehen oft aus vorhandenen Zutaten aus dem Kühlschrank oder der Vorratskammer. Bereits ein Rest Apfelkompott, eine halbe Tafel Schokolade und eine geöffnete Konfitüre lassen sich mit ein wenig Hitze in ein Dessert verwandeln. Einfach ausprobieren, lautet die Devise!

 

Mehr als ein süsser Abschluss

 

Süsse Speisen vom Grill sind mehr als ein Dessert. Sie sind ein Statement für Genuss, Handwerk und Gespür. Die Kombination aus Röstaromen, Frucht und Rauch eröffnet eine neue Dimension. Geschmack, Stil und Kreativität treffen hier ganz ohne komplizierte Techniken aufeinander, aber ebnen den Weg für ein Maximum an Wirkung. 

 

Bildquelle: Vincent Keiman / unsplash.com

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