Der Mann 2.0: Biohacking Basics

Fitnessstudio und bewusste Ernährung waren gestern – der neueste Trend heisst Biohacking. Dabei handelt es sich um gezielte Selbstoptimierung, die weit über Diäten und Trainingspläne hinausgeht. Biohacking ist ein wissenschaftlich fundierter Ansatz zur Verbesserung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit, wobei auch experimentelle Methoden nicht ausgeschlossen sind. Ziel ist nicht nur eine Leistungssteigerung, sondern häufig auch die Verlangsamung des Alterungsprozesses. Jeder Körper reagiert jedoch unterschiedlich, weshalb es mittlerweile eine kaum noch überschaubare Fülle an Methoden, Behandlungen und Ernährungsformen gibt. Mit einigen grundlegenden Prinzipien gelingt der Einstieg jedoch problemlos und eröffnet den Weg zu einer individuell angepassten Weiterentwicklung.

 

Ist-Zustand evaluieren

 

Am Anfang jedes Biohacking-Prozesses steht die Bestandsaufnahme des aktuellen körperlichen und geistigen Zustands. Dazu wird in der Regel ein umfassender Bluttest durchgeführt, bei dem überprüft wird, ob alle relevanten Werte im Normbereich liegen. Es sollte sich dabei jedoch nicht um einen einfachen Standardtest handeln – idealerweise werden unter anderem Vitaminspiegel, Omega-3-Werte, Schilddrüsenfunktion und Entzündungsmarker analysiert. Je detaillierter das Bild, desto gezielter kann die Selbstoptimierung erfolgen.

Auch die mentale Gesundheit sollte von Anfang an berücksichtigt werden. Die Aussage „In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist“ – bereits in der Antike formuliert – hat bis heute Gültigkeit. Konkrete Daten zur psychischen Verfassung sind schwerer zu erfassen als etwa Blutwerte, doch es gibt einfache Methoden, um Anzeichen von chronischem Stress, Überforderung oder innerer Unzufriedenheit zu erkennen. Ein bewährter Ansatz ist das Führen eines Journals, das sich auf emotionale Befindlichkeiten, Stressoren und allgemeine Lebenszufriedenheit konzentriert. So können frühzeitig Muster erkannt und gezielt Veränderungen angestossen werden.

 

Mentale Stärke steigern

 

Biohacking verlangt ein hohes Mass an Selbstdisziplin, weshalb es oft sinnvoll ist, zunächst an der mentalen Stärke zu arbeiten, bevor physische Veränderungen in Angriff genommen werden. Ein häufiger Grund für das Scheitern von Selbstoptimierungsversuchen ist der berühmte innere Schweinehund, der dazu verleitet, lieber auf der Couch zu bleiben, anstatt sich zu bewegen oder gesund zu kochen.

Zu den Kernkompetenzen im Bereich der mentalen Leistungsfähigkeit zählen Konzentration, Gedächtnis, Kreativität sowie die Fähigkeit zur gezielten Entspannung. Koffein ist nach wie vor ein beliebtes Mittel zur kurzfristigen Steigerung der Konzentration. Allerdings kann übermässiger Kaffeekonsum auch zu Nervosität, Schlafproblemen und erhöhter Stressanfälligkeit führen. Biohacker greifen daher häufig auf gezielte Koffeinpräparate oder andere Nahrungsergänzungsmittel zurück, die sich positiv auf die kognitive Leistungsfähigkeit auswirken – und das bei geringeren Nebenwirkungen.

Auch die Technik spielt beim Biohacking eine grosse Rolle. Apps helfen nicht nur bei der Erfassung von Gesundheitsdaten, sondern auch beim Training der mentalen Fähigkeiten. Meditations-Apps, digitale Journale oder Programme zur Reduktion der Bildschirmzeit tragen wesentlich dazu bei, das mentale Gleichgewicht zu fördern.

 

Mehr als nur Sport

 

Zur Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit gehören Bewegung und Ernährung zur Grundausstattung. Im Rahmen des Biohackings wird die Ernährung jedoch oft auf Grundlage individueller Laborwerte angepasst. Fehlt es etwa an bestimmten Vitaminen oder Spurenelementen, kann eine gezielte Supplementierung helfen, Defizite zu beheben. Dabei geht es nicht nur um Muskelaufbau oder Gewichtsreduktion – vielmehr soll die Ernährung so gestaltet werden, dass sie Entzündungen reduziert, die Zellgesundheit fördert und damit den Alterungsprozess verlangsamt.

Ebenso individuell wie die Ernährung sollte auch das Trainingsprogramm gestaltet werden. Während für manche Menschen Ausdauertraining optimal ist, profitieren andere eher von Kraft- oder Intervalltraining. Ziel ist es, genau die Form der Bewegung zu finden, die dem jeweiligen Körper am meisten nutzt – und nicht einfach einem Trend zu folgen. Moderne Technologien wie Kältekammern zur Entzündungshemmung oder gezielte Darmsanierungen zur Verbesserung der Verdauung und Immunfunktion gehören inzwischen zum erweiterten Werkzeugkasten des Biohackings.

 

Laufendes Monitoring

 

Ein zentrales Element des Biohackings ist das kontinuierliche Monitoring des Körpers. Dies umfasst unter anderem die Analyse von Schlafphasen, Herzfrequenzvariabilität, Stresstoleranz sowie regelmässige Blut- und Belastungstests. Je engmaschiger die Daten erfasst werden, desto schneller lassen sich Fortschritte erkennen – und Massnahmen bei Bedarf anpassen. Wearables oder moderne Smartwatches ermöglichen eine fast lückenlose Selbstbeobachtung. 

 

Bildquelle: Milad Fakurian / unsplash.com

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