Kanadas wilder Westen: British Columbia
"Splendor sine occasu" – so lautet der lateinische Wahlspruch der westkanadischen Provinz. Ins Deutsche übersetzt bedeutet dies "Pracht ohne Einschränkung". Wer Luftaufnahmen der Region sieht, begreift sofort: ausgedehnte, klare Seen, umsäumt von dichten Wäldern, eingerahmt vom majestätischen Panorama der Coast Mountains. Rings um Vancouver Island kannst du Berge und Meer praktisch gleichzeitig erkunden!
Geographie & Klima
An die über 25.000 Kilometer lange Küstenlinie der westlichsten Provinz Kanadas brandet der mächtige Pazifische Ozean. Hier prägen Buchten und Fjorde die Landschaft. Im Süden trifft sich British Columbia mit den US-Bundesstaaten Montana, Idaho und Washington, im Osten hat es die Provinz Alberta zur Nachbarin. Zwischen den Coast Mountains im Westen und den Rocky Mountains im Osten erstreckt sich das trockene Zentralplateau mit zahlreichen Graslandschaften, Wäldern und Seen. Es herrscht gemässigtes, regenreiches Ozeanklima vor.
Geschichtliches
Früheste Zeugnisse menschlicher Besiedelung sind über 13.000 Jahre alt. Für die meisten dieser Gruppen stellte der Lachsfang die Lebensgrundlage dar. Für die sich entwickelnde Küstenkultur bildeten der Skeena River und die Westküste von Vancouver Island einen Dreh- und Angelpunkt. Wichtige Völker dieser "Northwest Coast Culture Area" und ihre heutige Heimat sind unter anderem:
- Coast Salish: Südwesten rund um den Salish Sea, auch im angrenzenden Washington State der USA
- Nisga’a: äusserster Nordwesten im Nass River Valley
- Kwakwaka’wakw: Nordostküste von Vancouver Island und angrenzendes Festland
- Nuu-chah-nulth: Westküste von Vancouver Island
- Gitxsan: im Nordwesten entlang des Skeena River
Die Völker dieser Provinz sind insbesondere berühmt für ihre kunstvoll gestalteten Totempfähle oder auch ihre "Potlatch"-Zeremonien, bei denen sie Geschenke austauschen. Die First Nations sind heutzutage wichtige Akteure, etwa wenn es um nachhaltige Fischerei, den Erhalt der vielschichtigen Ökosysteme entlang der Pazifikküste oder auch Landrechte und Selbstverwaltung geht.
Sehenswürdigkeiten
Gewiss ist es die Natur, welche die meisten Touristinnen und Touristen aus der ganzen Welt anlockt: Allein die gigantische Bergwelt der Canadian Rockies und die zahlreichen Nationalparks verschlagen einem in ihrer Weite die Sprache. Von Schnee eingehüllte Gipfel, Seen in frischem Türkis und kraftvoll strömende Wasserfälle gestalten die Landschaft. Abseits der zahlreichen Skisportzentren ist Rafting auf dem Kicking Horse River etwas für abenteuerlustige Wassersportfans. Die Pazifikküste hütet einen ganz besonderen Schatz: Der Great Bear Rainforest bildet den am weitesten ausgedehnten, gemässigten Regenwald der Erde. Seine Western Red Cedars sind teilweise mehr als tausend Jahre alt. Vancouver Island verfügt über mehrere Surfspots und als besonderes touristisches Highlight "Whalewatching": Hier entdeckst du im Sommer einen wahren Tummelplatz für Orcas und Grauwale.
Die urbanen Zentren
Die Metropole Vancouver ist die grösste Stadt von British Columbia und ein internationales Zentrum für Handel und Kultur. Auch ist es ein beliebter Standort für Filmproduktionen und wird mitunter als "Hollywood North" bezeichnet. Seine Skyline dürfte vielen Fans der Science-Fiction-Serie "Battlestar Galactica" von 2004 – in abgewandelter Form – als jene von "Caprica City" bekannt sein. Die Provinzhauptstadt Victoria hingegen zeichnet die historische britische Architektur aus. Sie verfügt über das mildeste Klima ganz Kanadas. Von grosser Bedeutung für den Anbau von Obst und Wein ist Kelowna.
Anreise aus der Schweiz
Der Sommerflugplan des Flughafen Zürich (ZRH) sieht saisonale Direktflüge nach Vancouver (YVR) vor. Hier dauert die Flugreise zehn bis elf Stunden. Ganzjährig erreichst du den kanadischen Airport über Drehkreuze wie Amsterdam, Frankfurt oder London. Als Schweizer benötigst du für Kanada kein Visum. Du musst allerdings online eine "Electronic Travel Authorization" (eTA) beantragen.
Bildquelle: Trevor McKinnon / unsplash.com








