Richtig guter Kaffee: Wie wichtig ist die Qualität des Mahlguts für eine leckere Tasse Kaffee?

Statt sich beim Kauf einer neuen Kaffeemaschine, sei es in Form von einem Kaffeevollautomaten, einer Siebträgermaschine oder gar einer klassischen Filterkaffeemaschine, ausschliesslich auf das Gerät selbst zu fokussieren, sollte man als echter Kaffeeliebhaber die Qualität des Mahlguts nicht aus den Augen verlieren, insbesondere wenn man plant, den Kaffee selbst zu mahlen. Was man häufig erlebt, insbesondere bei potenziellen Käufern von Kaffeevollautomaten, ist ein sehr starker Fokus auf den vermeintlichen Funktionsumfang, wie etwa die Vielfalt an verschiedenen Voreinstellungen, die Geschwindigkeit der Geräte oder auch das Design.

Viel wichtiger – und das gilt nahezu für alle Zubereitungsmethoden von Kaffee – ist allerdings die Qualität des Mahlguts. Ist das Mahlgut von minderwertiger Qualität, können alle anderen Variablen wie Wassertemperatur, Brühdruck oder Brühzeit beliebig oft verändert werden, doch das Ergebnis bleibt bestenfalls passabel. Woran das liegt und warum man beim Kauf einer neuen Kaffeemaschine deutlich mehr Fokus auf das Mahlwerk legen sollte, möchten wir dir heute in diesem Beitrag erklären.

 

Egal, ob Siebträger, Vollautomat oder Filterkaffee: Die Qualität des Kaffees steht und fällt mit der Qualität des Mahlwerks

 

Wie bereits zuvor erwähnt, steht und fällt bei einer leckeren Tasse Kaffee alles mit der Qualität des Mahlguts. Stimmt die Qualität hier nicht, hat man entweder eine bittere oder saure Tasse Kaffee vor sich. Ursächlich dafür ist allen voran die Partikelverteilung im Mahlgut, die der alles entscheidende Faktor ist und bestimmt, wie gleichmässig das Kaffeemehl tatsächlich ist. Doch bevor wir näher darauf eingehen, möchten wir an dieser Stelle nochmals betonen, dass alle von uns hier angesprochenen Punkte tatsächlich für alle Geräteklassen gelten. Unabhängig davon, ob man sich für einen Kaffeevollautomaten, einen Siebträger oder sogar eine Filtermaschine entscheidet: Auf die Qualität des Mahlguts kommt es immer an!

Bei einer Siebträgermaschine, die bekanntlich der manuellen Zubereitungsform von Kaffee zuzuordnen ist, ist die Wahl des Mahlwerks sogar noch wichtiger, da man hier das Kaffeemehl individuell auf sowohl die Siebträgermaschine als auch die individuell ausgewählten Kaffeebohnen einstellen muss. Ist das Mahlgut zu fein, zu grob oder sehr ungleichmässig, resultiert das entweder in zu langen oder zu kurzen Brühzeiten, was im Falle eines Espressos in einem sehr unbekömmlichen Ergebnis resultiert. Doch auch bei Filterkaffee spielt das Mahlgut eine entscheidende Rolle, da auch hier mehr oder minder dieselben Regeln gelten.

Zu feines Kaffeemehl verstopft den Filter oder verlangsamt die Extraktion derart stark, dass die Tasse Kaffee sehr bitter schmeckt, während zu grob gemahlenes Kaffeemehl meist in einer zu raschen Durchlaufzeit resultiert, was dann immer die Gefahr für eine sehr saure und wässrige Tasse Kaffee birgt.

 

Mahlgrad, Partikelverteilung, Fines-Anteil und mehr

 

Obwohl nun klar sein sollte, dass die Qualität des Mahlguts die mitunter wichtigste Rolle für die Zubereitung einer leckeren Tasse Kaffee spielt, stellt sich immer noch die Frage, welche Kriterien hier genau entscheidend sind. Die Frage lautet also vereinfacht gesagt: Woran erkennt man eigentlich ein gutes Mahlergebnis?

Tatsächlich sind es hier allen voran drei Aspekte, die es zu berücksichtigen gilt: Mahlgrad, Partikelverteilung und Fines-Anteil. Die genaue Einstellung des Mahlgrads ist nahezu bei allen Zubereitungsformen wichtig, jedoch umso entscheidender bei der Zubereitung von Espresso in Siebträgermaschinen. Ferner gibt es dann noch die Partikelverteilung, die im Wesentlichen angibt, wie gleichmässig das Kaffeemehl ist. Erstreckt sich die Partikelverteilung über einen zu grossen Bereich, bedeutet das, dass man sowohl sehr grobe als auch sehr feine Kaffeepartikel im Kaffeemehl hat. Das wiederum resultiert darin, dass selbst bei der Anpassung von Brühzeit, Druck oder Wassertemperatur der Kaffee nie wirklich ausgewogen und schmackhaft wird, da er entweder zu bitter, zu sauer oder sogar beides auf einmal ist.

Ein möglichst gleichmässiges Mahlergebnis ist also hier besonders wichtig. An letzter Stelle müssen dann noch die sogenannten Fines-Partikel adressiert werden. „Fines“ ist im Fachjargon der Baristas eine Bezeichnung für mikroskopisch kleine Kaffeepartikel, die grundsätzlich ausserhalb der normalen Mahlgrad-Bandbreite liegen und vielmehr Kaffeestaub gleichkommen. Wichtig zu wissen ist: Fines entstehen immer – bei jedem Mahlwerk und bei jeder Mahlgradeinstellung.

Bei der Zubereitung von Espresso kann ein gewisser Anteil an Fines sogar hilfreich sein, da dieser für eine besonders texturierte und ausgeprägte Crema sorgen kann. Zu viele Fines schaden allerdings dem Kaffee, da diese mikroskopisch kleinen Kaffeepartikel deutlich schneller extrahiert werden als die durchschnittliche Partikelgrösse des Mahlguts. Das geht damit einher, dass Fines den Kaffee schnell bitter machen oder im schlimmsten Falle sogar den Filter beziehungsweise Siebträger verstopfen können.

 

Fazit

 

Ziel dieses Artikels war es nicht, dir eine bestimmte Kaffeemühle zu empfehlen, mit der du für jede Zubereitungsform immer das ideale Mahlgut produzieren kannst. Vielmehr wollten wir dir in diesem Artikel eine Einführung in die Welt der Kaffeemühlen geben, worauf du aufbauen kannst und wodurch du nun weisst, dass der Fokus beim Kauf einer neuen Kaffeemaschine vielleicht nicht immer nur auf die neuesten und teilweise auch unnötigen Gimmicks gerichtet werden sollte, sondern stattdessen auf das, was wirklich zählt. Dazu gehört in erster Linie das Kaffeemahlwerk, und wir hoffen, dass du genau das bei deiner nächsten Investition entsprechend berücksichtigst. 

 

Bildquelle: Jonas Jacobsson / unsplash.com

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