OneBlade, Series XT und Co. – was können die modernen Alleskönner unter den Rasierern wirklich?
Ob das sagenumwobene OneBlade-Rasiersystem aus dem Hause Philips oder das Pendant dazu von Braun, welches auf den Namen „Series XT“ hört – wirft man einen Blick auf die Welt der elektrischen Rasierer und Trimmer, taucht unter den Produktempfehlungen in den meisten Online-Shops früher oder später einer dieser Rasierer auf. Das ist nicht ohne Grund so, denn insbesondere das OneBlade von Philips feiert seit mehreren Jahren einen regelrechten Siegeszug und verkauft sich beinahe so gut wie geschnittenes Brot.
Grund dafür ist allerdings nicht nur die Tatsache, dass die modernen Trimmer laut Hersteller jede Aufgabe mit Bravour erledigen können, denn Philips treibt gleichzeitig seit einigen Jahren eine massive Marketingkampagne voran, die ebenfalls einen grossen Anteil am Erfolg dieser Geräte hat. All das bis hierhin gilt im Übrigen auch für das Pendant zu Philips OneBlade aus dem Hause Braun, wenngleich Braun im Vergleich zu Philips hier Schwierigkeiten hat, denselben Erfolg mit seinem Produktäquivalent zu verzeichnen.
Nun stellt sich dennoch für viele potenzielle Käufer dieser Produkte die Frage, ob ein Philips-OneBlade- oder Braun-Series-XT-Modell tatsächlich so gut ist, wie es in zahlreichen Produktbewertungen verlautet wird. Wir denken, dass viele potenzielle Käufer von solchen modernen Rasiersystemen sich nach wie vor unsicher sind, was die Geräte wirklich können und ob es nicht vielleicht sogar bessere Geräte gibt, die dann zwar nicht alles können, jedoch deutlich besser bei spezifischen Aufgaben abschneiden. Genau diesen und weiteren Fragen wollen wir uns daher heute in diesem Beitrag widmen.
Aufbau, Funktion und technische Aspekte
Beworben werden die angesprochenen Modelle also als wahre Alleskönner. Egal, ob es um das Rasieren der Bartkonturen geht, um eine Glattrasur oder sogar das Entfernen der Intimbehaarung – es gibt nahezu keine Aufgabe, die die Modelle nicht erledigen können. Zumindest werden die Geräte seitens der Hersteller genau so beworben. Der Aufbau ist bei all den genannten Modellen und auch noch bei einigen weiteren Geräten, die von unbekannteren Herstellern vertrieben werden, im Wesentlichen gleich. Man hat das Gerät selbst, welches über einen Motor verfügt und aufgeladen werden kann, und man hat einen Scherkopf, der – anders als viele andere elektrische Rasierer – regelmässig ausgetauscht werden muss. Wie lange dabei die einzelnen Scherköpfe scharf bleiben, hängt natürlich vom Nutzungsverhalten ab. Die Hersteller geben allerdings an, dass man in etwa alle 2–3 Monate die „Klingen“ austauschen sollte.
Schaut man sich nun die Scherköpfe genauer an, stellt man schnell fest, dass es sich hier vereinfacht gesagt um Trimmer handelt und nicht etwa um Scherköpfe, die mit einem Folienrasierer, das heisst einem klassischen Elektrorasierer, zu vergleichen wären. Das mag für einige Leser eine Überraschung sein, denn aufgrund des Designs der Scherköpfe entsteht tatsächlich in gewisser Weise der Eindruck, man hätte hier sowohl einen Trimmer als auch einen Folienrasierer vor sich. Die Praxis zeigt allerdings, dass dies nicht so ist – und daraus ergeben sich interessante Konsequenzen.
Alles geht, doch nichts gelingt perfekt
Die Krux an den modernen Rasiersystemen ist nun, dass aufgrund der Tatsache, dass es sich bei den Scherköpfen im Wesentlichen um einfache Barttrimmer handelt, Rasurergebnisse wie die mittels eines Folienrasierers nicht möglich sind. Zwar werden die Modelle so beworben, in der Praxis zeigt sich allerdings, dass die zurückbleibenden Barthaare eher der Länge von einer ein bis zwei Tage zurückliegenden Nassrasur entsprechen. Klassische Folienrasierer sind zwar ebenfalls nicht so effektiv wie eine Nassrasur, allerdings trimmen diese die Barthaare schon deutlich näher an der Haut ab als etwa ein Philips OneBlade. Was nun erst einmal wie ein Nachteil klingt, hat allerdings auch Vorteile, denn die Rasur mit den modernen „Alleskönnern“ ist besonders sanft und schonend.
Hautreizungen oder gar Schnittverletzungen sind mit diesen Systemen praktisch ausgeschlossen, da die Klingen das Barthaar nicht direkt an der Haut kürzen. Das prädestiniert sie dadurch auch für die Rasur von Körperbehaarung – und wenn man einen passenden Aufsatz verwendet, sogar für die Rasur des Intimbereichs. Besonders stark performen die Geräte im Übrigen auch bei der Rasur der Bartkonturen, was allerdings vermehrt auf die kompakte Grösse der Geräte und die einfache Handhabung zurückzuführen ist. Durch die flach auf der Haut aufliegenden Scherköpfe sieht man so besonders gut, wo genau man gerade sein Barthaar tatsächlich trimmt.
Beim Trimmen von Bärten schneiden die Geräte durchschnittlich ab. Zwar ist das Funktionsprinzip der Geräte dasselbe wie auch bei einem herkömmlichen Barttrimmer, allerdings fehlt den kleinen Alleskönnern hier die nötige Kraft. Nutzt man die mitgelieferten Aufsätze, lässt sich ein Bart durchaus auf die gewünschte Länge trimmen, allerdings dauert das im Vergleich zu herkömmlichen Barttrimmern deutlich länger und auch die Gründlichkeit lässt im direkten Vergleich zu klassischen Trimmern, etwas zu wünschen übrig.
Fazit
Die modernen All-in-One-Trimmer von Philips, Braun und Co. können tatsächlich viel, jedoch verstehen sie sich in keiner Disziplin als echte Spezialisten. Das heisst, wer auf der Suche nach einem Elektrorasierer ist, der ein besonders gründliches und glattes Rasurergebnis liefert, der ist mit einem klassischen Folienrasierer deutlich besser aufgestellt – und noch gründlicher wird es sogar mittels der klassischen Nassrasur. Als Barttrimmer funktionieren die Geräte, jedoch dauert das Trimmen von Bärten etwas länger als bei der Verwendung eines klassischen Barttrimmers. Richtig gut performen die Geräte dann allerdings beim Trimmen von Bartkonturen, da man hier genau sieht, wo man gerade schneidet. Selbiges gilt auch für die Verwendung der Trimmer, um sich die Körper- oder Intimbehaarung zu entfernen.
Zusammenfassend lässt sich also festhalten, dass die modernen „All-in-One“-Trimmer zwar prinzipiell für jede Aufgabe genutzt werden können – ein richtiger Experte sind sie jedoch in keinem Bereich. Wer also hauptsächlich eine Sache mit einem elektronischen Rasierer oder Trimmer machen möchte, sollte aus unserer Sicht auf ein Gerät ausweichen, welches speziell für den jeweiligen Verwendungszweck konzipiert wurde. Wer allerdings besonders empfindlich auf reguläre Elektrorasierer reagiert oder nach einer praktischen All-in-One-Lösung sucht, die er gegebenenfalls auch mit in den Urlaub nehmen kann, der könnte mit modernen Alleskönnern dennoch gut bedient sein.
Bildquelle: Alexander Andrews / unsplash.com








