Ungewöhnliche Tauchspots in Europa 

Für Taucher steht das Abtauchen in die Tiefe in untrennbarem Zusammenhang mit der Lust, Neues zu entdecken. Um die Geheimnisse des Wassers zu entschlüsseln, bedarf es keiner langen Flugreisen zu den exotischen Gewässern dieser Erde. In Europa verbergen sich einige der weltweit ungewöhnlichsten Tauchspots. Der folgende Blog stellt gleich fünf dieser Orte für Unterwasserabenteuer vor.

 

1. Wracks im Bodensee entdecken

 

Der Bodensee ist weit mehr als nur ein Verbindungsglied zwischen Österreich, Deutschland und der Schweiz. Auf dem Grund dieses Sees erwarten Taucher gleich mehrere gesunkene Schiffe. Das wohl bekannteste Wrack ist die Jura. Der Schaufelraddampfer sank bereits im Jahr 1864. Trotz dieser langen Zeit unter Wasser ist das Schiff noch immer in einem guten Erhaltungszustand.

Auf 210 Meter Tiefe liegt die Säntis. Die Bergung des seit mehr als 90 Jahren im Bodensee ruhenden Dampfschiffes ist inzwischen offiziell als gescheitert erklärt worden. Das setzt wiederum Taucher nicht länger unter Zeitdruck, sich mit einer Tour zum Wrack beeilen zu müssen. Aufgrund der Grösse des Bodensees ist es für nicht einheimische Taucher von Vorteil, an einem der geführten Tauchgänge teilzunehmen. Diese führen zur Jura und Säntis ebenso wie den zahlreichen anderen versunkenen Sehenswürdigkeiten des Sees.

 

2. Seetangwälder in Irland

 

Die Schönheit von Seetangwäldern mit eigenen Augen zu betrachten, ist nicht nur vor der Küste Kaliforniens möglich. In Europa gibt es gleich mehrere Tauchspots, die dieses einzigartige Erlebnis bieten. Dazu gehören Teile der Küsten vor Norwegen und Grönland ebenso wie Island. Kelpwälder sind darüber hinaus ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems der irischen Küstengewässer. Das ermöglicht Tauchern, aus einer Vielzahl an Tauchspots eine Auswahl zu treffen.

Der Vorteil der irischen Kelpwälder besteht darin, dass die verschiedenen Seetangarten sowohl in flachen als auch tieferen Gewässern anzutreffen sind. Gehören Taucher noch zu den Anfängern, die sich bisher nicht in tiefere Gewässer wagen, bietet Irland die passende Kulisse für ein risikoarmes Tauchvergnügen.

 

3. Stoney Cove Steinbruch in England

 

Stoney Cove ist in der englischen Grafschaft Leicestershire zu finden. In seiner aktiven Zeit diente der Steinbau als Abbaugebiet von Granit für den Strassenbau in der Region. In der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde Stoney Cove offiziell geschlossen und dadurch auch die Pumpen abgestellt, die bis zu diesem Zeitpunkt das Quellwasser aus dem Steinbruch leiteten. Als Konsequenz entwickelte sich in dem Steinbruch ein See mit einer maximalen Tiefe von 36 m.

Im Laufe der nächsten Jahrzehnte wurde Stoney Cove zu einem festen Ziel für den Tauchsport erklärt. Die Betreiber haben zudem gezielt Attraktionen im Wasser platziert, um die Tauchgänge noch abwechslungsreicher zu gestalten. Dazu gehören der Hubschrauber Wessex HU 5, ein Bus, ein Kleinflugzeug, ein Blockhaus sowie ein U-Boot namens Nautilus.

 

4. Schildkröteninsel Marathonisi in Griechenland

 

Die griechische Insel Marathonisi gilt offiziell als unbewohnt. Das gilt jedoch nur für menschliche Bewohner. In der Region ist die Insel dagegen als Schildkröteninsel bekannt. Rund um die Gewässer der Insel hat sich die Unechte Karettschildkröte niedergelassen. In den Sommermonaten besuchen die Meeresschildkröten die Strände der Insel, um dort ihre Eier abzulegen und den Kreislauf des Lebens von Neuem zu beginnen.

Taucher haben die Möglichkeit, sich auf Booten der Insel in der Bucht von Laganas zu nähern und von dort zu einem Tauchabenteuer aufzubrechen. Dieser Tauchspot hält für das Tauchen mit Schildkröten gleich zwei Pluspunkte bereit. Zum einen lädt das Wasser aufgrund des mediterranen Klimas lange zum Tauchen ein und zum anderen ist die Klarheit des Wassers von Vorteil bei diesen Entdeckungstouren ins Tierreich.

 

5. Höhlentauchen in Kroatien

 

Ein Nervenkitzel der besonderen Art erwartet Taucher bei einer Reise nach Kroatien. In der dortigen Unterwasserwelt besteht die Chance, unterirdische Höhlensysteme zu erkunden. Diese Tauchgänge sind aufgrund des erhöhten Risikos ausdrücklich nicht für Anfänger geeignet. Fortgeschrittene und erfahrene Taucher, die mit den Gewässern nicht vertraut sind, sollten ebenfalls aus Vorsicht einen geführten Tauchgang in die Höhlen buchen.

Dort angekommen, erwarten Taucher atemberaubende Höhlensysteme, die über Jahrtausende durch das Wasser geformt wurden. Die kroatischen Behörden erlauben das Tauchen in diese Höhlen derzeit nur mit einer Genehmigung. Neben den Kosten verlangen die Behörden ebenfalls die Kontrolle des Taucherausweises, um die Qualifikation des Antragstellers zu kennen.

 

Bildquelle: Sebastian Pena Lambarri / unsplash.com

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