Die Wirkung von Yoga 

Der Weg zum eigenen Selbst

 

Das letztendliche Ziel der Körper- und Atemübungen ist es, durch Selbstkontrolle mehr und mehr unabhängig von äusseren Einflüssen wie von inneren Hemmnissen und Bedürfnissen zu werden.
Der von Patanjali beschriebene Yogaweg führt von einem Zurückziehen der Sinne von der Aussenwelt über die Konzentration der Gedanken und der meditativen Versenkung zu einem Zustand der Erleuchtung, den die Inder Samadhi nennen. So esoterisch dies auch anmuten mag, so ist doch dieser Weg auch für den modernen, im Leben stehenden Menschen nicht uninteressant. Er kann beispielsweise dabei helfen, unabhängiger von momentanen Stimmungen zu werden oder sich seiner eigenen Wünsche und Ziele bewusst zu werden. Dieser Weg muss also nicht, wie man vielleicht denken könnte, zur Tatenlosigkeit führen, sondern kann ganz im Gegenteil eine grosse Hilfe bei der Verwirklichung der eigenen Ziele sein.

 

Pratyahara - Wendung nach innen

 

Pratyahara, das Zurückziehen der Sinne, wird durch das Bild der Schildkröte symbolisiert. Dieses Tier kann Füsse und Kopf in seinen Panzer zurückziehen und sich auf diese Weise nahezu völlig von der Aussenwelt abschliessen. 
Die Sinne des Menschen werden in den alten Yogaschriften mit Pferden verglichen, die, auf der Suche nach Weideplätzen, die Kutsche, die sie ziehen, immer wieder vom Weg abbringen würden - wenn man sie nur gewähren liesse. Der Lenker dieses Gefährts muss also die Pferde im Zaum halten, wenn er sein Ziel erreichen will.

 

Einfluss der äusseren Reize

 

Unser Gehirn ist ständig damit beschäftigt, Eindrücke, die von den Sinnesorganen vermittelt werden, aufzunehmen und darauf zu reagieren. Selten ist dem Menschen dieser Vorgang ganz bewusst. So kann er sich oft auch nicht erklären, woher eine plötzliche Änderung seiner Stimmung kommt.
Optische und akustische Wahrnehmungen sowie Gerüche beeinflussen uns stärker, als wir denken. Ebenso wirken der Tast- und Geschmackssinn. Wir berühren oder schmecken etwas, das uns angenehm ist - und sofort entsteht der Gedanke: Das will ich haben.
Die Werbeindustrie macht sich dies zunutze, indem sie gezielt Farb-, Geschmacks- oder akustische Reize einsetzt, die den Menschen zum Kauf bestimmter Produkte verleiten sollen. Oft genug werden jedoch die Erwartungen enttäuscht, wenn man das Gewünschte besitzt.

 

Die Begierde zügeln

 

Wenn der Yogaweg das Zurückziehen der Sinne empfiehlt, so nicht etwa aus dem Grund, dass sie Sinnlichkeit etwas Schlechtes und Abzulehnendes sei. In der Parabel mit dem Pferdegespann wird auch ausdrücklich gesagt, die Pferde müssten am Zügel gehalten werden - und nicht, dass man sie ausspannen solle, denn das würde den Wagen nicht vorwärts bringen. Es geht darum, unsere Abhängigkeit von den Sinnen zu durchschauen und sie "sinnvoll" einzusetzen. Ein wichtiges Resultat dieses zeitweiligen Zurückziehens der Sinne ist deren Verfeinerung. Sie werden erleben, dass ein Sinn, den man davor bewahrt, überfüttert und mit Reizen zugeschüttet zu werden, mit der Zeit wesentlich feinere Nuancen zu erkennen lernt. So wird das Zurückziehen der Sinne letztlich auch zu einem Training der Sinnlichkeit.

 

Die eigene Mitte finden

 

Das Zurückziehen der Sinne führt zu innerer Ruhe. Das in den Yogschriften immer wieder benutzte Bild von der bewegungslosen Wasseroberfläche symbolisiert diesen Zustand. Das Finden der Ruhe und damit der eigenen Mitte dient im Sinne des achtstufigen Yogapfads als Vorbereitung auf die Stufen der Konzentration und Meditation.
Obwohl dies sehr theoretisch klingt, ist uns allen dieser Prozess vertraut. Denken Sie daran, wie wenig Aussenreize Sie wahrnehmen, wenn Sie in eine Arbeit vertieft sind, die Sie wirklich interessiert. In Gegenwart eines geliebten Menschen oder eines mitreissenden Gesprächspartners "vergisst man alles um sich herum" und ist anderen Sinnesreizen gegenüber unzugänglich. Ist man ganz auf eine Aufgabe konzentriert, hat man seine "Sinne eingezogen" zu Gunsten seines Werks, dem die gesamte Aufmerksamkeit gilt.

 

Bildquelle: Free-Photos / pixabay.com

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