Alles auf Anfang - Midlife Crisis?

In der Mitte des Lebens ziehen viele Menschen bewusst oder unbewusst Bilanz bezüglich des bisher erreichten. Bei manchen - nicht allen! - stellt sich um den fünfzigsten Geburtstag herum eine Unzufriedenheit ein. Man(n) hat das Gefühl, nicht dort angekommen zu sein wo man hin wollte, fühlt sich innerlich vielleicht getrieben und wenig erfüllt (trotz beruflichen und privaten Erfolges). Bei all diesen Emotionen die sich im Inneren anstauen, muss zunächst eine deutliche Abgrenzung vorgenommen werden. In Betracht kommen auch Burn-Out sowie andere Psychische Erkrankungen wie Depressionen. Wer sich unsicher ist, sollte den Weg zum Arzt nicht scheuen. Steht fest, dass keine Erkrankung im eigentlichen Sinne vorliegt, kann man anfangen, sich mit sich selbst zu beschäftigen um der Lebenskrise auf den Grund zu gehen.

 

Arbeiten mit dem eigenen Inneren

Wer akzeptiert hat, dass er sich in einer Krise befindet, kann richtige oder falsche Entscheidungen treffen. Zu den falschen Entscheidungen gehört, sein Heil im Alkohol, in jungen Frauen oder anderen halsbrecherischen Abenteuern zu suchen. Die bessere Entscheidung ist, in sich zu gehen und für sich selbst einige wichtige Fragen zu beantworten:

• Bilanz ziehen und die Inventur des eigenen Lebens wagen: Was habe ich erreicht? Was waren früher meine Träume? Konnte ich sie mir alle erfüllen? Wie ist die aktuelle Situation?

• In sich hinein hören: Was macht mich konkret so unzufrieden? Was frustriert mich? Was sind die Gründe für schlechte Gefühle?

• Wie würde mein Leben in "Richtig" aussehen? Was fehlt hier? Was sind meine innersten Träume und Wünsche?

Krisen haben etwas sehr heilsames. Sie geben dem Menschen die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln. Allerdings nur, wenn man die zugrunde liegenden Tatsachen wirklich nachhaltig ergründet. Schnellschüsse und Wechselhaftigkeiten werden spätestens wenige Jahre nach der Krise zu einem noch schlechteren Gefühl führen. Es bietet sich an, ganz offen mit dem aktuellen Zustand umzugehen und viel darüber zu sprechen. Nur so wird der eigene Geist zur Weiterentwicklung angeregt. Gute Freunde sind hier Gold wert und helfen, den Blick auf´s Wesentliche zu richten.

 

Alles auf Anfang - eine gute Idee...?

Wer mit sich ins Gericht gegangen ist und feststellt, dass das Reihenhaus, die Ehefrau und der Job nicht das richtige sind, muss schlussendlich für sich selbst noch einmal abwägen, was die Alternativen sind. Das klingt berechnend - ist es auch. Berechnung gehört zu einem erfüllten Leben schon mit dazu - man muss dabei ja nicht zum Egomanen mutieren. Wenn die Ehe nicht mehr das ist, was sie einmal war gibt es drei Optionen: Ignorieren (was meist zu einer Affäre führt), Eheberatung (die meist zu einer Trennung führt) oder gleich eine saubere Trennung. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, sich mit dem Partner noch einmal zusammenzuraufen. Auch das soll funktionieren. Wenn der Partner gleichzeitig der Vertraute ist und man miteinander spreche kann ohne Dinge zu zerreden, ist auch das eine realistische Option.

Generell spricht aber überhaupt nichts gegen einen gut durchdachten Neuanfang. Wer für sich erkennt, dass die Zeit reif ist, zu neuen Ufern aufzubrechen, der sollte es wagen. Diese Entscheidung darf aber wirklich keine sein, die man in einer Nacht-und-Nebel-Aktion mal eben getroffen hat. Jetzt gilt es, Prioritäten zu setzen, konsequent zu handeln (egal in welche Richtung das Handeln geht) und sich selbst treu zu bleiben. Welcher Mensch will man in den nächsten 50 Jahren sein? Was sind die neuen Ziele? Und was ist der beste Weg? Das sind die Fragen, die die nächste Zeit dominieren werden.

Bildquelle: Dieter Schütz / pixelio.de

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