Kommunikation will gelernt sein

Kommunikation will gelernt sein

Ganze Bibliotheken sind voll davon, unzählige Diskussionen wurden geführt, und die Kabarettisten finden darin eine unerschöpfliche Quelle für ihre Witze. Und trotzdem ist und bleibt die Kommunikation zwischen Mann und Frau ein Buch mit sieben Siegeln. Nachweislich liegt der größte Teil der Ursachen von Scheidungen an unausgesprochenen Missverständnissen, die sich über die Zeit immer weiter und unauflöslich verhärtet haben. Und Missverständnisse sind eine direkte Folge falscher Kommunikation innerhalb des Paares. Männer sind meistens gar nicht in der Lage dazu, zu verstehen, was ihre Partnerin eigentlich von ihnen will. Anstatt einer fairen Auseinandersetzung auf Augenhöhe über das angestoßene Thema wird die wieder einmal völlig unklare Artikulation der Frau zuerst belächelt, und wenn sie keine Ruhe gibt, schreit der Mann "basta". Einstein wird ja gern die Aussage untergejubelt: "Das Wesen der Frau bleibt immer unerklärlich, ich beschäftige mich lieber mit so einfachen Dingen wie der Relativitätstheorie." Und in der Tat kommen die meisten Männer nicht damit klar, dass Frauen bereits bei kleinen, unwichtigen Dingen sehr schnell dramatisch emotional werden, sich immer weiter hinein steigern und sogar anfangen zu heulen, für nichts. Um auf Einstein zurückzukommen, er ist als genialer Denker in die Wissenschaftsgeschichte eingegangen, aber auch als "Niete" in puncto Frauen-Versteher. Dabei ist das, was Frauen sich in der Kommunikation mit Männern wünschen, gar nicht so schwer zu erfüllen.

 

Nimm Dir Zeit und höre mir aufmerksam zu

Eine Frau hat ein Problem, zumindest empfindet sie es als solches, und möchte das gern mit ihrem Partner besprechen. Nach relativ kurzer Zeit präsentiert der Mann seinen konkreten Rat und Vorschlag zur Problemlösung, und damit ist für den Mann das Problem erledigt, was soll man darüber jetzt noch weiter reden. Die Frau ist aber noch lange nicht fertig damit und ist unglücklich, dass sie das Thema mit ihrem Partner nicht weiter vertiefen kann. Das häufigste Missverständnis zwischen Mann und Frau besteht nämlich darin, dass eine Frau über etwas intensiv sprechen möchte, es immer wieder von allen Seiten beleuchten möchte, um dann selbstständig zu einer Lösung zu kommen. Der (vor)schnelle gute Rat des Mannes, vielleicht noch garniert mit einer physikalischen Formel und männlicher Logik, ist überhaupt nicht das, was eine Frau sucht.

 

Das wünscht sich eine Frau von ihrem Partner wirklich:

• Ich möchte, dass er mich und mein Problem ernst nimmt.

• Er soll mir zuhören, ohne sofort plumpe Lösungen zu präsentieren.

• Ich erwarte Mitgefühl.

• Ich wünsche mir eine verbindliche Zusage der Unterstützung meines Vorgehens.

Natürlich kostet es viel Zeit und Geduld, die Partnerin in ihrer vollen epischen Breite anzuhören, das überfordert in der Tat so manchen Mann. Daher weichen viele Frauen auf ihre Freundinnen aus, um diese Gespräche führen zu können, was für den Mann zuweilen sehr bequem sein kann. Letzteres gilt aber nur an der Oberfläche. Der mittel- und langfristige Einfluss der Freundin auf das Geschehen muss ganz und gar nicht im Sinne des Mannes sein.

 

Vorsicht, Frauen weinen

Erschwerend für die Kommunikation zwischen Mann und Frau, und das wurde oben schon kurz angesprochen, ist die deutlich erhöhte Emotionalität der Frau, die in den meisten Fällen in Kullertränen gipfelt. Die meisten Männer können damit gar nicht oder eben sehr schlecht umgehen. Anstatt in dieser Situation liebe- und verständnisvoll zu trösten, fühlen sich viele Männer persönlich angegriffen und reagieren eingeschnappt, was einen sich selbst induzierenden Dynamo im Beziehungsdrama in Gang setzt. Man konnte nachweisen, dass Männer besonders sensibel auf den "Tonfall" ihrer Partnerin reagieren, wobei der Inhalt des Gesprächs eher von untergeordneter Bedeutung ist.

Dass Frauen dieses Gen der emotionalen Reaktion innewohnt, hat ganz sicher seinen tieferen biologischen Sinn für den Zusammenhalt der Familie. So sollten wir Männer das sehen und annehmen mit der Konsequenz, in der Auseinandersetzung ruhig und stabil und stark zu bleiben, was uns die Frauen auch hoch anrechnen. Umgekehrt ausgedrückt gilt, dass wir Männer unsere Stärke ja erst dann richtig zur Schau stellen können, wenn wir die Frau im schwachen Moment erwischen.

Und Hand aufs Herz: "nobody is perfect". Es gibt ja auch ein paar wenige Männer, die ebenfalls mehr oder weniger massive Macken haben, und auch diese Handvoll Männer haben treue Frauen, die diese Macken geduldig ertragen. Vielleicht tun sie das, weil sie ihren Mann trotzdem lieben? Da sehen wir doch mal, wie wertvoll die weiblichen Emotionen sind.

Bildquelle: F. Kolja Lenz / pixelio.de

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