Männer und der Reiz der Modelleisenbahn

Gleich eins vorweg, was genau den Reiz einer Modelleisenbahn für Männer ausmacht, lasst sich nicht so genau feststellen. Eins jedoch steht wohl fest: Die meisten Männer lieben sie.

 

Es wundert sich so niemand, dass die Liebhaber der Miniaturbahnen, kaum dass sie nach getaner Arbeit aus dem Anzug schlüpfen oder den Blaumann ausziehen, zu ganz anderen Geschöpfen werden und in völlig neuen Wesenszügen erstrahlen, als im gemeinen Alltag.

 

Da glänzen plötzlich die Augen, beim Anblick eines Modells der Baureihe 01, liebevoll werden ganze Landschaften gestreichelt und immer neue technische Raffinessen verbaut.

 

Ums Spielen mit den Lokomotiven, Waggons und den anderen fahrbaren oder beweglichen Modellen geht es dabei, wie es scheint ganz und gar nicht. Klar, am Ende eines Basteltages fährt der ICE oder der Güterzug noch einmal um die ein paar Quadratmeter grosse Anlage, aber in der Hauptsache ist es die Gestaltung der Landschaft, das Verlegen von Gleisen oder das Basteln eines kleinen Details, welches dem fabrikfrischen Modell fehlt oder ihm den nötigen Pfiff verleiht.

 

Es ist der Einfallsreichtum, mit dem eine Welt im Kleinen erschaffen wird, die der Grossen so nah wie möglich kommt. Die Faszination scheint dabei zu sein eben keine Matte im Modellbahnshop für ein abgeerntetes Getreidefeld zu kaufen, sondern dieses aus kleinen dünnen und dünnsten Holzspänen selbst zu kreieren. Plastikautos nimmt man den Glanz durch eine Mischung aus Feuerzeugbenzin und Puder. Schotter unter den Gleisen stellt der Profi dabei aus gesiebtem und danach gefärbtem Vogelsand her und Felsen gestaltet er am besten mit Montageschaum.

 

Je weniger man als Modell fertig kauft, desto grösser ist später die Anerkennung und das Selbstwertgefühl. Es geht um kleinste Details wie dem einzelnen Grasbüschel zwischen den Gleisen, ja auch die Schwellen und Gleise werden von den Experten übrigens nicht gekauft, sondern selbst gefertigt.

 

Die immer weiter voranschreitende Technik scheint dem Modellbauer dabei immer mehr in die Hände zu spielen. Lichter sind ja schon lange keine einfachen Lämpchen mehr, sondern mit von Computern gesteuerte LEDs, die in Lage sind, zum Beispiel einen laufenden Fernseher oder auch gerade eingeschaltete Leuchtstoffröhren zu simulieren. Während vor noch gar nicht so langer Zeit sich auf den Modellanlagen gerade mal Züge, Strassenbahnen oder bestenfalls ein Mühlrad bewegte, gibt es heute eigentlich nichts, was es nicht gibt. Autos fahren ohne Schienen wie von Geisterhand über die angelegten Strassen, Bäume werden gefällt und die Feuerwehr fährt die Leiter aus an einem brennenden Haus und echter Rauch quillt durch die Fenster. Schiffe fahren über richtiges Wasser, werden begleitet von kleinen Booten und eine Zugbrücke gibt im richtigen Augenblick den Weg frei. Mit welchen Kniffen, die Modellbauer von heute auf ihren Dioramen Flugzeuge und Hubschrauber starten und landen lassen, entzieht sich dem Betrachter dabei völlig. Apropos Dioramen, der Trend geht übrigens zu immer grösseren der Wirklichkeit nachempfundenen Dioramen, wie die eines grossen Güterbahnhofes oder sogar von ganzen Städten mit allem was dazugehört.

 

Eine Modellbauanlage egal ob gross oder klein, das wird jeder Modellbauer bestätigen, wird dabei wohl nie richtig fertig, immer gibt es etwas zu verbessern hinzuzufügen oder zu korrigieren. Wer will beschäftigt sich mit einem Quadratmeter sein ganzes Leben lang. Ach ja, billig war und ist das Ganze im Übrigen nicht, im Gegenteil, „Mann“ kann sein Vermögen investieren, wenn er will.

 

Die Frau versteht das sich nicht, Mann schon.

 

Bildquelle: sunmax / pixabay.com

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