Der grösste Fitnessclub der Schweiz

Wer fit und gesund bleiben will, kommt nicht an regelmässigen sportlichen Betätigungen vorbei. Wir haben diesbezüglich in der Schweiz grosses Glück, denn wir können hier jederzeit Sport treiben, und zwar an frischer Luft, und es kostet nicht einmal was. Das Einzige, was wir dafür tun müssen: Wir betreten den grössten Fitnessklub der Schweiz. Viele wissen jetzt schon, was hier gemeint ist, es geht um den Vitaparcours bzw. Zürich Vitaparcours.

Ein Vitaparcours wird in der Regel in einem idyllischen, öffentlich zugänglichen Waldstück angelegt. Darin befinden sich dann verschiedene Parcours-Posten für Kraftübungen, Ausdauer, Koordination oder Beweglichkeit. An allen diesen Parcours-Posten sind Informationstafeln, die die einzelnen sportlichen Übungen näher beschreiben, aufgestellt. Es beginnt zunächst mit einem Aufwärmtraining an der ersten Infotafel, die zugleich auch ein Wegweiser zum nächsten Posten ist. Es werden an jeder Stelle auch unterschiedliche Schwierigkeitsgrade bei den Übungen ausgewiesen. Dabei spielt auch die Topografie eine Rolle, denn man kann zwischen eher flachem, hügeligem oder ziemlich steilem Gelände wählen, abhängig davon, für welchen Schweizer Parcours man sich entscheidet. Im Übrigen sind auch alle Parcours gut mit dem Fahrrad erreichbar.

 

Die Geschichte des Vitaparcours

Schon im Jahre 1968 richtete die "Vita Lebensversicherungs-Gesellschaft" den ersten Parcours dieser Art ein. Die Idee dazu geht zurück auf eine Gymnastikgruppe aus Wollishofen. Diese Leute nutzten einfach nur umgestürzte Bäume oder Baumstümpfe für ihre sportlichen Übungen. Nun gab es dort (leider) fleissige Waldarbeiter, die den Wald sozusagen turnusmässig aufräumten. Daher entstanden die Idee und der Vorschlag an die Gemeindeverwaltung, extra einen permanenten Parcours für Turnübungen einzurichten. Sie setzten mit Erfolg auf die Unterstützung der Vita-Versicherung, die spätere "Zürich Versicherung".

Anfangs wurden die Vita-Parcours fast ausnehmlich von Sportlern genutzt, aber ab ungefähr 1972 wurde das Konzept auch auf "Normalbürger" und ganze Familien erweitert. Bereits 1973 wurde der 100. Vitaparcours eröffnet, und die Erfolgsgeschichte ging weiter: 1990 wurde der 500. Vitaparcours eröffnet. Das ist schon ein echtes Phänomen: Ungefähr 20 Prozent aller weltweiten Trimm-dich-Pfade befinden sich in der "kleinen" Schweiz. Unterhalten und betreut werden die Parcours meistens von ortsansässigen Trägerschaften wie z. B. den Gemeinden, Tourismusverbänden oder Sportvereinen, und so manche Instandhaltungsmassnahme übernimmt auch mal der Zivilschutz.

 

Viel Sport mit wenig Ausrüstung

Ein Paar Turnschuhe sollte man schon dabei haben. Bequeme, leichte Bekleidung, z. B. eine Turn- oder Jogginghose und ein T-Shirt oder ein etwas wärmeres Sweatshirt, je nach Wetterlage eignen sich im Vitaparcours. Parallel dazu eignen sich diese Parks auch sehr gut für das Lauftraining. Man findet hier meistens auch eine Finnenbahnrunde mit einem besonders weichen Untergrund, auf dem man ausnahmsweise sogar auch barfuss laufen kann.

 

Übungen für jedermann

Es sind natürlich in jedem Fall die räumlichen und topografischen Gegebenheiten, die auch über die Grösse und Ausdehnung des jeweiligen Parcours entscheiden. Die kurzen Strecken enden schon nach wenigen Hundert Metern, die anspruchsvolleren Varianten sind mehr als 3 km lang, und sie können auch, wie der Parcours in Naters VS, über 120 Höhenmeter beinhalten. Typische Übungen, die auf den Schildern erklärt werden, sind diese:

• Dehnübungen: Mit einem Schwerpunkt für die Waden- und Fussgelenkmuskulatur.

• Geschicklichkeit: Auf einen Baumstamm springen, das Gleichgewicht halten, oder Froschhüpfen über mehrere Baumstämme hinweg. Slalomlauf um mehrere Stangen oder Stangenlauf, bei dem jede Stange einmal umrundet wird. Auf einem Balken vor- und rückwärts balancieren, danach auf einem Bein Gleichgewicht halten, wobei ein Bein und die Armen waagerecht ausgestreckt werden.

• Beweglichkeit: An einer Stange hängend längere Zeit baumeln lassen. Gut für den Rücken ist das Beinkreisen, während man an Ringen hängt.

• Kraft: Mehrere Klimmzüge mit anschliessendem Halten an der Stange bei gebeugten Armen. Während man an den Ringen hängt, hebt man die Knie an und streckt schliesslich auch die Unterschenkel waagerecht vor. Am Barren aufgestützt den Körper durchschwingen, auf den Armen aufgestützt gehen und dann die Arme nach unten durchbeugen, den Körper anschliessend wieder hochdrücken. Auf einen etwas höheren Baumstumpf oder Baumstamm aufsteigen, den Körper nach oben ausstrecken und sogleich wieder absteigen. Liegestützen in Rückenlage an einer Stange.

Bildquelle: Rainer Sturm / pixelio.de

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