Die verschiedenen Aufgaben des Testosterons

Neben HGH (Human Growth Hormone) und dem Insulin dient auch das männliche Hormon Testosteron ganz wesentlich dem Muskelaufbau. Im Umkehrschluss kann man sagen, dass eine zu geringe Muskelmasse bei einem Mann auch an einem Testosteronmangel liegen könnte. 

 

Was ist Testosteron genau und wie wirkt es?


Das körpereigene Geschlechtshormon wird von Männern und auch von Frauen produziert. Allerdings unterscheiden sich dessen Konzentration und Wirkmechanismus bei beiden Geschlechtern. Das dominierende Geschlechtshormon der Frau ist das Östrogen. Der Mann bildet circa 95 Prozent seines Testosterons in den Hoden und die restlichen fünf Prozent in der Nebennierenrinde. Die Frau erzeugt eine insgesamt wesentlich geringere Menge an Testosteron ebenfalls in der Nebennierenrinde und auch in ihren Eierstöcken. Das Biomolekül des Sexualhormons (Androgen) besteht aus einem Grundgerüst mit 16 Kohlenstoff-Atomen, was auch als Androstan bezeichnet wird. Es ist das häufigste Steroidhormon im menschlichen Körper und entfaltet praktisch in allen Organen seine Wirkungen. Seine Einflüsse sind weitreichend:

  • Entwicklung der männlichen Geschlechtsorgane
  • Steuerung von Sexualität und Fruchtbarkeit
  • Steuerung der Spermienbildung und der Erektionen
  • Aufbau und Zunahme der Muskelmasse, Steuerung der Muskelkraft
  • Förderung des Knochenwachstums bei Heranwachsenden
  • Abschluss der Wachstumsfuge gegen Ende der Pubertät
  • Aufbau und Erhalt der Knochendichte
  • Körperbehaarung und Bartwuchs
  • Talgproduktion in der Haut
  • Wachstum des Kehlkopfes und Stimmlage
  • Kognitive Beeinflussung von Stimmung, Vitalität und auch Abstraktionsvermögen
  • Die Libido (Lust auf Sex) wird massgeblich vom Testosteron gesteuert

 

Der Zusammenhang mit dem Muskelaufbau


Die Neigung zum Ansetzen von Fett kann ein Hinweis auf einen Testosteronmangel sein. Ein ausreichendes Mass an körpereigenem Testosteron ist die Grundlage für den Aufbau und Erhalt der Muskelmasse und auch für das Ausmass der erreichbaren Muskelkraft. Umgekehrt gilt aber auch, dass durch das Training der Muskeln der Körper dazu aufgefordert wird, gegebenenfalls etwas mehr Testosteron zu produzieren. Es handelt sich hier um eine klassische wechselseitige Beziehung. Sport kann hier ein "Impulsgeber" sein, in den meisten Fällen ist der Griff zur Hormonspritze nicht nötig.

 

Der Normalbereich für Testosteron


Bei einem normalen, erwachsenen Mann liegt die Testosteronkonzentration im Blutserum zwischen 2,4 und 8,3 µg/l (millionstel Gramm pro Liter). Die Blutentnahme sollte zu dessen Bestimmung morgens zwischen acht und zehn Uhr erfolgen, da sich der Wert abends naturgemäss um circa ein Fünftel reduziert. 

 

Ursachen eines Testosteronmangels


Die Produktion von Geschlechtshormonen nimmt grundsätzlich (auch bei Frauen) mit zunehmendem Alter ab. Was bei Frauen als Menopause bekannt ist und unterschiedliche Beschwerden hervorrufen kann, kann in einer ähnlichen Form auch bei älteren Männern eintreten. Dafür gibt es die Bezeichnungen Andropause oder Penopause. Ungefähr ab dem 40. Lebensjahr beginnt beim Mann der Testosteronspiegel zunächst unmerklich um ungefähr ein Prozent pro Jahr zu fallen. Zu erkennen ist dieser Prozess an der sich stetig ändernden Verteilung von Fett- und Muskelzellen. Wenn die Hoden ihre Funktion zum Beispiel wegen einer Krebserkrankung einstellen, ist es sinnvoll, den daraus erfolgenden Testosteronmangel künstlich auszugleichen. Gleiches gilt auch bei einer Unterfunktion der Hirnanhangdrüse. 

 

Weitere Einflussfaktoren für einen Testosteronmangel


Die folgende Liste ohne Anspruch auf Vollständigkeit zeigt, dass jeder ältere Mann "gute Chancen" für einen entstehenden Testosteronmangel hat:

  • Bewegungsmangel
  • Übergewicht
  • Übertreibung bei der Durchführung einer Diät
  • Vitamin- und Mineralstoffmangel
  • Alkohol- und Drogenmissbrauch
  • Einfluss durch Medikamente wie Schlaf- und Beruhigungsmittel
  • Stress
  • Nierenerkrankungen
  • Schilddrüsen-Erkrankungen
  • Leberzirrhose
  • Krebserkrankungen
  • Diabetes
  • Umweltgifte wie Schwermetalle oder Pestizide

 

Symptome eines Testosteronmangels

  • Deutliche Erektionsstörungen bei gleichzeitigem Verlust des sexuellen Verlangens
  • Verlust an Vitalität
  • Depressive Verstimmungen
  • Schlaf- oder Angststörungen
  • Abgeschlagenheit
  • Hitzewallungen
  • Deutlicher Rückbau der Muskulatur
  • Zunahme der Fetteinlagerungen

 

Die Therapiemöglichkeiten


Selbstverständlich kann ein Testosteronmangel durch die Zugabe künstlichen Testosterons kurzfristig ausgeglichen werden. Dies erfolgt mit Spritzen, Tabletten, Pflastern, Sprays oder Cremes. Dabei ist aber zu bedenken, dass auf diese Weisen schnell eine Überdosierung erfolgen kann, die mit unangenehmen und gefährlichen Nebenwirkungen einhergehen kann. Viel besser ist es, den Testosteronspiegel langfristig durch eine Umstellung der Ernährung zu beeinflussen. Dazu gehört der weitgehende Verzicht auf Fette, Süssigkeiten und Alkohol. Der zusätzliche Verzehr von Fischölkapseln hat sich in diesem Fall gut bewährt. 

 

Bildquelle: JohnerCross / pixabay.com

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